Grundlagen

Die Flegelphase

Konsequenz und Humor sind gefragt

Was tun mit einem Hund, der mitten in der Pubertät steckt und partout nicht mehr das tun will, was er als reizender Junghund gerne und bereitwillig gemacht hat? Der nicht mehr kommt, wenn man ihn ruft, der plötzlich beginnt, mit Artgenossen zu raufen, der das Sofa verteidigt und der die Lust am Hasenjagen ganz neu für sich entdeckt hat? Die meisten Hundehalter raufen sich in dieser Phase verzweifelt die Haare und erkennen ihren eigenen Vierbeiner nicht wieder. Nun ist Konsequenz gefragt – und manchmal auch eine gute Portion Humor!

In der Pubertät wird auch die Bindung zwischen Hund und Menschen gefestigt. Es ist daher sehr wichtig, dass Sie diese wichtige Zeit entsprechend nutzen und Ihrem Hund nicht mit Strenge und Härte begegnen. Auch wenn es manchmal nervt, wenn er nicht kommt, wenn er soll: Schreien Sie ihn nicht an und werden Sie niemals aggressiv. Ihr Hund braucht gerade jetzt, in dieser auch für ihn chaotischen Zeit, Sicherheit. Strahlen Sie ruhige Souveränität aus. So merkt Ihr Hund, dass er sich auf Sie verlassen kann und Sie schwierige Situationen für ihn meistern können – sehr wichtig für die Mensch-Hund-Bindung.

Wichtig während der Pubertät ist in jedem Fall Konsequenz. Hundehalter mit Vierbeiner in der Flegelphase wissen dies: Ihr Liebling scheint plötzlich alles vergessen zu haben, was man ihm vorher liebe- und mühevoll beigebracht hat. Umso wichtiger ist es nun, dass Sie nicht die Flinte ins Korn werfen und täglich weiter üben und trainieren. Einige Minuten sollten Sie jeden Tag reservieren, um Signalwörter wie "Komm", "Bleib", "Sitz" und "Platz" weiterhin konsequent  zu üben. Experten empfehlen während der Pubertät auf besonders wirksame Motivationshilfen zurückzugreifen: Geben Sie Ihrem Hund ruhig seine absoluten Lieblingsleckerli, wenn er etwas gut gemacht hat, oder setzen Sie sein favorisiertes Spielzeug als kleinen Jackpot ein, wenn die Übung gut geklappt hat. Das motiviert – und Spaß beim Lernen ist gerade auch in der Pubertät sehr wichtig. Ein guter Grundgehorsam, zu dem der Grundstein bereits vor der Pubertät gelegt wurde, kann sich nun auszahlen – denn dieser kann in der Regel mit einiger Konsequenz recht schnell wieder abgerufen werden.

Bei Problemen mit Hundebegegnungen, die in der Pubertät nicht selten ist, versuchen Sie nun Ihren Hund ruhig aus der Situation zu bringen. Nehmen Sie ihn an kurzer Leine und führen ihn wortlos am Artgenossen vorbei. Schreien Sie nicht – dies verstehen manche Hunde als Anfeuerung und "Aufruf zur Schlacht". Bei Aggressionsproblemen lohnt es sich nun, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, damit diese sich nicht einschleifen. Auch plötzliche Ängste sind in der Pubertät nicht selten. Trösten und streicheln Sie Ihren Hund nun nicht, sondern vermitteln Sie ihm durch ruhige Gelassenheit, dass alles okay ist.