Mensch & Hund

Körpersprache der Hunde

Lexikon der Körpersprache



Unsere Hunde bemühen sich tagaus, tagein, uns zu verstehen. Auch, wenn wir für sie Unverständliches auf sie einreden, bemühen sie sich, einzelne Wortfetzen herauszuhören, die sie kennen und deuten können. Und: Sie lesen uns. Jede unserer Gesten und Taten wird genau verfolgt, damit der Hund daraus seine persönlichen Rückschlüsse ziehen kann.

Wer sich so bemüht, eine fremde Spezies - den Menschen - zu verstehen, der hat verdient, dass auch wir Zweibeiner versuchen, unseren Vierbeiner besser zu verstehen. Da Hunde viel über Körpersprache kommunizieren, ist es dabei wichtig, diese lesen zu lernen. Keine Sorge - das ist gar nicht so schwierig und erfordert nur etwas Übung und Beobachtungsgabe.

Unser kleiner Hundedolmetscher soll Ihnen dabei Hilfestellung geben. Beachten Sie aber, dass viele kleine Einzelsignale zusammen spielen und dass in der Praxis nicht alles so sein muss wie "aus dem Lehrbuch". Hunde und Menschen haben nun mal eine verschiedene Körpersprache - im Einzelfall ist genaues Beobachten gefragt.



So möchte er etwas erreichen!Die meisten Hunde können ganz gut etwas einfordern: Ein Stück vom Leberwurstbrot, eine Streicheleinheit, ein Ballspiel. Je nach "Wunsch" des Hundes, kann so eine Aufforderung unterschiedlich ausfallen: Er bringt den Ball an, er stupst den Menschen an, wenn er gestreichelt werden möchte, er winselt, wenn er muss, oder er bellt, wenn er spazieren gehen möchte. Viele Hunde "beschwören" ihren Halter auch mit einem regelrechten "Röntgenblick", wenn sie Futter oder ein Spiel möchten, und folgen ihm auf den Fersen. Bettelnde Hunde legen Ihnen gern den Kopf aufs Knie oder pföteln.
So hat etwas sein Interesse geweckt!Wenn gerade etwas die Aufmerksamkeit des Hundes geweckt hat oder er etwas erwartet, zum Beispiel einen Besucher oder ein Leckerli, dann gibt es erste Unterschiede zur entspannten Körperhaltung. Zwar steht er immer noch locker da, doch nun spannen sich die Muskeln leicht. Nun richten sich die Ohren nach vorne, und den Kopf trägt er aufrecht. Die Rute trägt er jetzt waagrecht, sie kann sich leicht hin und her bewegen, was gespannte Aufmerksamkeit bedeutet. Die Augen blicken nun noch wacher als bei der entspannten Körperhaltung. Der Fang ist immer noch leicht geöffnet, dabei werden aber die Mundwinkel leicht nach oben gezogen. Das Fell sträubt sich nicht – es ist glatt.
So freut er sich riesig!Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach Hause, zurück zu ihrem Hund: Große Wiedersehensfreude! Ihr Vierbeiner wird nun versuchen, Ihnen die Mundwinkel zu lecken (deshalb springen viele Hunde bei großer Freude auch auf). Ist Ihr Hund eher selbstbewusst oder eher unterwürfig? Danach richtet sich nun seine Stellung der Ohren (seitlich getragen bei selbstbewussten Vierbeinern, leicht angelegt bei unterwürfigen Charakteren) sowie seine Körperhaltung (locker-aufrecht heißt selbstbewusst, leicht geduckt unterwürfig). Klassisches Zeichen für einen freudigen Hund ist die Rute, die in waagrechter Stellung nun stark wedelt – dabei kann der ganze Popo mitwackeln.
So möchte er etwas erreichen!Die meisten Hunde können ganz gut etwas einfordern: Ein Stück vom Leberwurstbrot, eine Streicheleinheit, ein Ballspiel. Je nach "Wunsch" des Hundes, kann so eine Aufforderung unterschiedlich ausfallen: Er bringt den Ball an, er stupst den Menschen an, wenn er gestreichelt werden möchte, er winselt, wenn er muss, oder er bellt, wenn er spazieren gehen möchte. Viele Hunde "beschwören" ihren Halter auch mit einem regelrechten "Röntgenblick", wenn sie Futter oder ein Spiel möchten, und folgen ihm auf den Fersen. Bettelnde Hunde legen Ihnen gern den Kopf aufs Knie oder pföteln.
So zeigt er sich unterwürfig!Beim unterwürfigen Hund wird unterschieden zwischen aktiver und passiver Unterwerfung. Zur aktiven Unterwerfung gehören Lefzenlecken, der Versuch, die Mundwinkel des anderen Hundes oder Menschen zu lecken oder das Pfotenheben.

Bei der passiven Unterwerfung legt sich der Hund auf den Rücken und bleibt ganz bewegungslos liegen. Die Mundwinkel sind nun ganz lang, die Ohren nach hinten gelegt, der Hund vermeidet Blickkontakt. Er wartet: Auf ein Signal des anderen Hundes oder Menschen, dass der Konflikt beendet ist. Erst dann wird er sich wieder regen.
So imponiert oder droht er!Die Imponierhaltung ist quasi das Gegenteil von der Angsthaltung: Jetzt macht der Hund sich richtig groß, um einem Artgenossen zu zeigen "Ich bin hier der King!" Dabei spannt er die Muskulatur der Läufe an, er verlangsamt die Bewegungen, die steif und angespannt aussehen. Die Rute richtet sich ganz hoch, sie kann dabei auch langsam wedeln. Die Ohren stehen aufmerksam nach vorne. Beim Imponierverhalten schaut der Hund den anderen noch nicht direkt an, er wendet den Blick leicht ab. Der Hals ist angespannt, die Nackenhaare können sich sträuben.

Beim Übergang vom Imponier- zum Drohverhalten richtet der Hund nun den Blick direkt auf sein Gegenüber. Unterschied vom Imponieren zum Drohen: Beim Imponieren ist der Vierbeiner nicht an einer Auseinandersetzung interessiert, er möchte nur seine Überlegenheit kundtun. Wenn Imponierverhalten in offensives Drohen übergeht, zieht der Hund die Lefzen hoch und entblößt die Zähne. Er kann nun knurren, um seinen Standpunkt klar zu machen. Das Nackenfell sträubt sich nun stärker, die Ohren trägt er schräg, der Nasenrücken kräuselt sich. Möglicherweise schnappt oder beißt er jetzt auch.
So droht er unsicher!Nicht immer fühlt sich der Hund so sicher, wenn er droht. Leichte Zeichen von Unsicherheit können einzelne Beschwichtigungssignale sein, zum Beispiel ein Lecken über die Lefzen oder bisweilen auch ein Abwenden des Blickes. Die Mundwinkel sind länger als beim offensiv drohenden Hund, der Körper ist nicht so aufgerichtet, die Muskeln angespannt. Mit langsamen Bewegungen bewegt er sich weg vom Artgenossen oder umkreist diesen.
So hat er Angst!Wenn ein Hund Angst hat, macht er sich kleiner. Der ganze Körper ist nun angespannt, mit den Hinterläufen knickt er ein. Der Rücken ist ganz rund, die Rute verschwindet zwischen den Hinterläufen - die Körperhaltung sieht regelrecht gekrümmt aus. Den anderen Hund oder Menschen blickt der Vierbeiner nicht an. Er trägt den Kopf stattdessen gesenkt und wendet den Blick ab. Die Ohren liegen jetzt ganz eng an und zeigen Richtung Rücken. Die Mundwinkel werden ganz schmal und sind nach hinten gezogen, so dass ein Teil der Zähne sichtbar werden kann. Das Fell kann sich vor Angst sträuben. Begleiterscheinung der Angsthaltung sind Winseln, das Absetzen von Urin oder das Lecken der Lefzen als Beschwichtigungsverhalten.
So will er spielen!"Ich will spielen": Diese Aufforderung des Hundes ist für viele Menschen am leichtesten zu deuten. Denn der Hund signalisiert diesen Wunsch durch die so genannte Vorderkörpertiefstellung. Wie der Name schon sagt, liegt hier der Vorderkörper am Boden auf. Der Popo ragt stattdessen steil in die Luft.

Die Bewegungen erfolgen nun, als sei der Hund "aufgezogen". Die Rute wedelt stark, die Augen sind rund und groß, der Hund "lacht" mit nach hinten oben gezogenen Mundwinkeln. Das Maul ist leicht geöffnet, die Ohren stehen seitlich. Um seiner Aufforderung Nachdruck zu verleihen, kann der Hund nun bellen.