Helfer auf 4 Pfoten

Vierbeinige Psychologen

Lesen Sie, was Therapiehunde leisten

Hunde geben das Gefühl von Wärme und Zärtlichkeit, sie schenken Vertrauen, vermitteln Sicherheit und Zuneigung. All das, was ein Mensch braucht, der sich in einer Krise befindet oder krank ist. Ob in der Heilpädagogik, der Sprachtherapie, der Psychotherapie oder Ergotherapie – in vielen medizinischen Bereichen werden heute Therapiehunde eingesetzt.

Alle Rassen und Größen geeignet

Für die Arbeit des Therapiehundes eignen sich Hunde jeglicher Rasse und Größe. Typische Beispiele sind Deutscher Schäferhund, Jagdhunde oder der Magyar Vizsla – alles kommunikationsfreudige Rassen. Ein Therapiehund muss sehr wesensfest und gesund sein. Er sollte einen ausgeprägten Spieltrieb besitzen und braucht vor allem eine gesunde Bindung zu seinem Hundeführer. Denn im Gegensatz zu Assistenzhunden, die bei den behinderten Menschen bleiben, arbeitet ein Therapiehund mit seinem ebenfalls ausgebildeten Hundeführer und lebt bei ihm.

Auswahl beginnt bereits bei der Geburt

Das Auswahlverfahren von Therapiehunden beginnt bei zielgerichteter Aufzucht schon bei der Geburt. Mit Hilfe von Welpentests werden die geeigneten Hunde ermittelt und bis zur Abgabe an den späteren Therapiehundeanwärter mit den unterschiedlichsten Situationen konfrontiert. Die Therapiehundeausbildung kann auch über das Tradieren erfolgen. Dabei lebt der zukünftige Therapiehund gemeinsam mit ausgebildeten Therapiehunden und lernt von diesen.

Was ein Therapiehund mitbringen muss

Sicherer Grundgehorsam, überdurchschnittliche Belastbarkeit und optimaler Gesundheitszustand sind Grundvoraussetzungen für einen Therapiehund. Außerdem muss er ein freundliches Wesen haben, sehr menschenbezogen und gut sozialisiert sein. Schließlich soll ein Therapiehund kranken Menschen wie etwa Alzheimerpatienten, verhaltensauffälligen Kindern oder Menschen mit Depressionen als Freund begegnen, auf ihre Stimmungen und Gefühle eingehen, Geborgenheit, Wärme und Sicherheit vermitteln und zum Leben motivieren.

Ein neues Leben

Das gelang auch bei Ulla. Die junge Frau hatte ein hohes Aggressionspotential und redete kaum. Aber vom ersten Tag an weckte der Therapiehund Nina ihre Aufmerksamkeit. Als sie einmal vor Wut einen Gegenstand in die Ecke werfen wollte, leckte ihr Nina die Hand und sie ließ ihr Vorhaben bleiben. So nach und nach stieg dank des Umgangs mit dem Tier das Kommunikationsbedürfnis der jungen Frau. Sie sprach wieder mehr und wurde selbstbewusster. Und irgendwann sagte sie: „Nina hat mir ein neues Leben geschenkt.“