Helfer auf 4 Pfoten

Blindenhunde

Viel mehr als eine Orientierungshilfe

„Paul hat mir ein Stück Freiheit und Lebensfreude zurück gebracht.“ Die 42jährige Karin ist blind und könnte sich ein Leben ohne ihren Golden Retriever gar nicht mehr vorstellen. Seit zwei Jahren lebt der Blindenführhund bei ihr, ist in vielen Situationen Orientierungshilfe und ermöglicht es ihr, sich auch in einer fremden Umgebung gefahrlos zurecht zu finden

Was ein Blindenführhund mitbringen muss

Die Idee, Hunde zu Blindenführern auszubilden, ist nicht neu. Vor allem im Ersten Weltkrieg sorgte die steigende Zahl von Kriegsopfern für einen ersten Boom. Aber nicht jeder Hund eignet sich zum Blindenführhund. Nervenstark, belastbar, intelligent und aggressionsfrei muss ein Hund sein, sonst wird er erst gar nicht zur Ausbildung zugelassen. Vorwiegend sind es Golden Retriever, Riesenschnauzer, Deutsche Schäferhunde, Labrador und Königspudel, die später an ihrem weißen Führgeschirr als Blindenführhund auf der Straße zu erkennen sind.

Eignungstest und Patenfamilie

Nach einem Eignungstest im Welpenalter kommen die Hunde in Patenfamilien, in denen sie etwa ein Jahr lang bleiben und mit den unterschiedlichsten Ereignissen und Situationen auf ihre später Aufgabe vorbereitet werden. Dabei wird vor allem darauf geachtet, dass sich das Tier den Menschen zugewandt zeigt und auch in stressigen Momenten angstfrei bleibt.

Die Ausbildung zum Führhund

Danach beginnt die eigentliche Ausbildung in einer Blindenführhundschule, die auf einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Ausbilder und Hund basiert. Mit Konsequenz und positiver Verstärkung lernt der Hund im Führgeschirr an Straßen stehenzubleiben, Ampeln, Ein- und Ausgänge anzuzeigen, Briefkästen und freie Sitzplätze zu finden, Hindernissen auszuweichen und seinen Besitzer gefahrlos daran vorbeizuführen. Besonders wichtig ist, dass er „intelligenten Ungehorsam“ lernt. Das heißt, der Hund verweigert einen Befehl, weil er eine Gefahrensituation erkannt hat.

Regelmäßiges Training ist wichtig

Mindestens 40 Hörzeichen beherrscht ein ausgebildeter Blindenführhund; es können aber auch bis 400 sein. Damit diese Fähigkeiten nicht verloren gehen, sollte der spätere Besitzer die Kommandos regelmäßig trainieren. Eine enge persönliche Beziehung zwischen Mensch und Tier ist die Grundlage für ein gut funktionierendes Miteinander. Für Karin eine Selbstverständlichkeit. Schon längst ist Paul weit mehr als nur eine Orientierungshilfe. Er ist ihr treuer Gefährte in allen Lebenslagen.