Beziehung

Was ist artgerecht?

Eine heikle Frage. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihren Hund glücklich machen

Was braucht mein Hund? Verantwortungsvolle Hundehalter stellen sich diese Frage nicht nur dann, wenn ein Welpe bei ihnen einzieht, sondern immer wieder im Laufe eines langen Hundelebens. Zur artgerechten Haltung gehört nicht nur, dass die Futterschüssel gut gefüllt ist und der Hund genügend Auslauf bekommt. Je nach Rasse, muss der Vierbeiner auch im Köpfchen ausgelastet werden. Und: Hunde brauchen Familienanschluss und ihre täglichen Streicheleinheiten.

Hunde wollen bei ihren Menschen sein

Für den Hund, der sich eng an seinen Menschen anschließt, ist vor allem eines wichtig: Er möchte bei seinem Zweibeiner sein. Eine Haltung im Zwinger gilt daher nicht als artgerecht. Der Hund muss die Möglichkeit haben, bei seiner Familie zu leben, am gemeinsamen Leben teilzuhaben. Das bedeutet nicht, dass er unbedingt im Bett schlafen muss, wenn Sie dies nicht möchten. Aber: Richten Sie ihm einen Schlafplatz in der Nähe der Familie ein, so dass er das Gefühl hat, stets dabei zu sein. Wenn Unternehmungen anstehen, die hundegerecht sind, sollten Sie Ihren Vierbeiner dazu mitnehmen. Er wird begeistert mit von der Partie sein und lernt lebenslang neue Erfahrungen kennen. Dies hält ihn fit im Kopf und geistig rege und lastet ihn aus.

Lernen ohne Stress und Schmerz

Beim Lernen gilt: Üben Sie keinen Druck aus, sondern lassen Sie ihn gern und freiwillig mit Ihnen arbeiten. Dies gelingt, wenn Sie den Hund mit positiver Verstärkung erziehen. Also: Lob und Leckerli für gewünschtes Verhalten. Schmerzen und Gewalt haben in der Hundeerziehung nichts zu suchen und zerstören das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Halter. Dazu gehört auch, dass keine Hilfsmittel wie Stachelhalsbänder oder Kettenwürger zum Einsatz kommen. Wer rechtzeitig die Leinenführigkeit übt, braucht so etwas nicht!

Hunde wollen etwas Sinnvolles tun dürfen

Hunden genügt es nicht, den ganzen Tag zu dösen und dreimal kurz nach draußen zu dürfen. Neben ausreichender Bewegung – je nach Rasse – wollen Hunde auch beschäftigt werden. Sie leisten gerne etwas für ihren Menschen. Was genau das ist, richtet sich ebenfalls nach der Rasse. So freut sich ein Hütehund natürlich, wenn er auf etwas aufpassen darf, geht aber auch bei Sportarten wie Longieren und Treibball auf. Ein Jagdhund, der nicht jagdlich geführt wird, findet beim Dummytraining Ersatzbeschäftigung. Labradore apportieren für ihr Leben gerne, und Hovawarte freuen sich, wenn sie auf ein Grundstück aufpassen dürfen. Andere Hunde gehen ganz in der Rettungshundearbeit auf, sind begeisterte Schnüffler, lernen mit Freude neue Tricks oder zeigen beim Agility Höchstleistungen. Wichtig ist, dass Sie für Ihren Hund die richtige Beschäftigung finden, um ihn auszulasten. Dabei dürfen Sie ruhig auch kreativ sein. Viele Vierbeiner freuen sich über zehn Minuten Kopfarbeit am Abend!

Gutes Futter und die richtige Pflege

Um gesund zu bleiben, brauchen Hunde eine artgerechte Ernährung und die richtige Pflege. Das Futter sollte auf das Alter und die Lebensumstände abgestimmt sein. Artgerechte Fütterung bedeutet, dass der Vierbeiner weder zu wenig noch zu viel in den Napf bekommt. Zur Pflege gehört der regelmäßige Check der Zähne ebenso wie das Kürzen der Krallen und das Bürsten des Fells. Je nach Haarlänge, müssen Hunde entweder einmal am Tag (bei langem Fell) oder einmal pro Woche (Kurzhaarrassen) gebürstet werden. Eingehalten werden müssen die jährlichen Impftermine. Zudem sollte der Hund regelmäßig entwurmt werden und in der warmen Jahreszeit Zeckenschutz aufgetragen bekommen. So bleibt er gesund und vital.

Körperkontakt ist wichtig

Zur artgerechten Haltung gehört auch, dass der Hund gestreichelt wird. Körperkontakt ist für ihn sehr wichtig. Nehmen Sie sich daher regelmäßig Zeit zum Kuscheln und zum Kontaktliegen. Ohne Nähe verkümmert Ihr Liebling – er braucht den Kontakt und die Interaktion mit Ihnen, um glücklich zu sein.