Beschäftigung

Mantrailing: Auslastung für Schnüffler

Hier erfahren Sie die Grundlagen des Mantrailings

Die alte Frau verließ gegen Nachmittag das Seniorenheim, um einen Spaziergang zu machen – und fand nicht mehr nach Hause. Als sie zum Abendessen nicht zurück war, schlugen die Pfleger Alarm. Eine große Suchaktion nach der Seniorin startete – und Cora wurde schließlich fündig. Cora ist eine sechsjährige Weimaraner-Hündin, die im Mantrailing ausgebildet wurde. Mit ihrer feinen Nase spürte sie die alte Dame in einem Waldstück auf, wo sie sich völlig erschöpft auf einen Baumstumpf gesetzt hatte.

Suche nach einer bestimmten Person

Mantrailing wird als Beschäftigung für findige Schnüffelnasen immer populärer. Für Mantrailer ist es nicht zwangläufig notwendig, auch Einsätze zu gehen – es kann auch als Möglichkeit zur Auslastung betrieben werden. Beim Mantrailing begibt sich der Hund auf die Suche nach einer vermissten Person, wobei er deren Eigengeruch verfolgt. Anders als bei Suchhunden, die generell Menschen suchen, begibt sich beim Mantrailing der Hund auf die Suche nach einer ganz bestimmten Person – wie im Falle von Weimaranerin Cora und der alten Dame.

Was zum Mantrailing notwendig ist

Mantrailing eignet sich grundsätzlich für alle Rassen und auch Altersstufen. Das Training muss nicht im Welpenalter begonnen werden, auch Hunde, die schon älter sind, können trailen. Sie brauchen dazu eine lange Leine, ein gut sitzendes Brustgeschirr, große Geruchsartikel wie zum Beispiel ein T-Shirt sowie genügend Leckerli.

Wie Mantrailing funktioniert

Dem Hund wird der Geruchsartikel gezeigt und er darf daran schnüffeln. Dann begibt er sich auf die Suche nach diesem Geruch. Anfangs ist die Zielperson ganz in der Nähe, mit wachsender Schwierigkeit entfernt sie sich immer weiter vom suchenden Mensch-Hund-Team. Der Hund darf an der langen Leine voraus laufen und die Geruchsspur verfolgen. Dies gelingt ihm, da der Mensch ständig Hautschuppen verliert, die der Hund riechen kann. Beim Mantrailing werden also die Duftmoleküle der Zielperson gesucht. Es handelt sich um eine sehr auslastende Form der Beschäftigung, weil der Hund nicht nur schnüffeln muss, sondern auch noch verschiedene Gerüche miteinander vergleichen. Daher sollte der Vierbeiner anfangs immer erst einige Minuten im Einsatz sein. Auch beim Realeinsatz werden die Hunde nach kurzer Zeit ausgewechselt, weil Mantrailing unglaublich anstrengend ist.