Krankheiten erkennen

Probleme mit der Verdauung?

Was hilft gegen Diarrhö und wann müssen Sie zum Tierarzt?

Jeder Hundehalter hat das schon einmal erlebt und, wenn er Pech hat, passiert es ausgerechnet mitten in der Fußgängerzone: Der Hund macht ohne Vorwarnung einen großen, dünnflüssigen Haufen. Durchfall ist eines der häufigsten Symptome bei Erkrankungen des Verdauungstraktes beim Hund. Glücklicherweise ist das Problem in den meisten Fällen recht schnell zu beheben.

Durchfall kann verschiedene Ursachen haben

Eine Verdauungsstörung kann viele Ursachen haben. Im besten Fall handelt es sich um Ernährungsfehler wie Futterwechsel oder Verabreichen von Essensresten. Aber auch Futtermittelallergien, Unterkühlung, Infektionen, Bakterien, Parasiten oder Vergiftungen können zu Durchfall führen. Sind Stoffwechselerkrankungen, eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse oder Tumore die Ursache, dann handelt es sich schon um eine wesentlich ernstere Angelegenheit.

Erst mal eine Nulldiät

Ist der Hund ausgewachsen und das Allgemeinbefinden Ihres vierbeinigen Lieblings gut, reicht es meist aus, bei akuten Durchfallerkrankungen dem Patienten eine 24stündige Nulldiät zu verordnen. In dieser Zeit sollte der Hund freien Zugang zu Wasser haben. Anschließend servieren Sie ihm eine Magen und Darm schonende Diät wie etwa eine Mischung aus einem Drittel Magerquark oder Hüttenkäse und zwei Drittel salzfrei gekochten Reis – möglichst in vielen kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt. Für den besonders heiklen Patienten können sie etwas gekochtes, mageres Hühnerfleisch unter den Reis mischen. Normalerweise ist der Durchfall dann nach ein bis zwei Tagen weg.

Rechtzeitig zum Tierarzt gehen

Ist dies nicht der Fall und dem Hund geht es schlechter, ist ein Tierarztbesuch unvermeidlich. Welpen sollten immer sofort von einem Tierarzt behandelt werden, denn die Reserven reichen oft nicht, bis der Durchfall von selbst verschwindet und dann kann es lebensgefährlich werden.

Dieser wird zunächst den Kot untersuchen und bei schweren Durchfällen dem vierbeinigen Patienten mit einem Venenkatheter eine Infusion mit geeigneten Flüssigkeitsersatzstoffen verabreichen. Bei chronischem Durchfall wird eine Blutuntersuchung sowie eine Urinanalyse unumgänglich sein. Bei schweren blutigen Durchfällen ist häufig auch eine Serologie des Kotes zum Nachweis von Parvoviren oder das Anlegen einer Kultur beispielsweise zum Nachweis von Salmonellen, sinnvoll.

Bloß nicht selbst herumdoktern

Von Eigenmedikation mit Hilfe von Mitteln gegen Diarrhö oder gar dem Einsatz von Antibiotika ohne tierärztlichen Rat ist in jedem Fall abzuraten. Schließlich soll Ihr Partner auf vier Pfoten schnell wieder gesund werden. Und Sie selbst wollen das kleine Malheur bestimmt auch ganz wieder vergessen.