Training

Hund & Katze

Ein tierisches Team

Tierische Fremdsprache

Oft hört man, dass sich Hund und Katze nicht vertragen. Doch es gibt genügend Gegenbeispiele, die zeigen, dass dies nicht stimmen muss. Allerdings haben Hund und Katze durchaus einige Verständigungsprobleme. Hündische Körpersprache ist für Katzen sozusagen eine Fremdsprache und umgekehrt ebenso. Bis sie sich verstehen, ist es Aufgabe des Menschen, eine Art Dolmetscher zu sein. Das ist meist gar nicht so schwer, besonders wenn man einige Dinge beachtet.

Unterschiedliche Signale im Detail

Hunde leben seit circa 14.000 Jahren mit uns, Katzen immerhin schon 10.000 Jahre. Reichlich Zeit also für die beiden Arten und auch für uns Menschen, mit dem Zusammenleben Erfahrungen zu sammeln. Viele Studien in Sachen Verhaltensforschung haben gezeigt, dass und wie sich die körpersprachlichen Signale von Hund und Katze unterscheiden. Der Verhaltensforscher Stanley Coren schreibt in seinem Buch „Die Geheimnisse der Hundesprache“: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Misstrauen und Feindseligkeiten zwischen Katzen und Hunden auf Schwierigkeiten bei der Deutung ihrer jeweiligen Körpersprache beruhen.“ Die Unterschiede beziehen sich aber nicht nur auf die Körpersprache von Schwanz und Rute – auch andere Gesten haben bei den beiden Tierarten unterschiedliche Bedeutungen.

Wichtige Regeln

In der Gewöhnungsphase die Tiere niemals unbeaufsichtigt zusammen sein lassen.

  • Beginnen Sie mit kurzen, ruhigen Begegnungen, die Sie kontrollieren.
  • Strukturieren Sie die Wohnung so, dass jedes Tier seine eigenen Plätze hat.
  • Jedes Tier muss in Ruhe fressen können: Stellen Sie das Futter für die Katze am besten erhöht.
  • Führen Sie keine Zerr- oder Jagdspiele mit Ihrem Hund durch. Er wird im Jagdfieber nicht unterscheiden, ob er dem Ball oder einer Katze hinterhersprintet.

Nicht wie Hund und Katz

Eine Studie der Universität Tel Aviv zeigte, wie bei der Körpersprache zwischen Hund und Katze Missverständnisse aufkommen: Das Ausstrecken der Vorderpfoten und die Rückenlage beim Hund bedeuten Freundlichkeit oder Unterwürfigkeit, während Katzen Dominanz und Verteidigungsbereitschaft signalisieren. Hunde und Katzen können lernen, die Körpersprache des anderen richtig zu deuten. Laut der Studie kommunizieren zwei Drittel der in einem Haushalt lebenden Hunde und Katzen miteinander. Die Wissenschaftler führen das auf die Gabe beider Arten zurück, durch Beobachtung zu lernen.

Erziehung als Basis

Die Chancen stehen also gut. Sie können dazu beitragen, indem Sie sowohl dem Hund als auch der Katze klarmachen, was von ihnen erwartet wird – nämlich, dass sie sich vertragen. Wenn Sie sicher sind, dass die Tiere verstanden haben, worum es geht, gilt es noch, die Einhaltung dieser Regeln zu kontrollieren. Je konsequenter das Verhalten gegenüber dem Tier ist, das zuerst im Haushalt war, umso leichter ist die Sache für alle Beteiligten. Eine Katze, die bereits gelernt hat, dass der Esstisch tabu ist, kann man auch leichter davon abhalten, auf einen Hund loszugehen. Und wenn der Hund weiß, was ein „Nein“ bedeutet, kann man ihm auch beibringen, die Katze nur anzustarren, statt sie zu jagen.

Ihr persönliches Dream-Team

Wir freuen uns über Fotos Ihres tierischen Doppels aus Hund und Katze. Laden Sie Ihr Lieblingsbild auf unserer Website hoch. Die schönsten Bilder werden in einer der kommenden Ausgaben veröffentlicht.

Mehr dazu unter:
fressnapf.de/tierisches-doppel

Schwierigkeiten und Chancen

Man sollte es aber sich selbst und den Tieren nicht zu schwer machen. Ein älterer Hund, der gewohnt ist, im Mittelpunkt zu stehen, wird kaum begeistert sein, wenn eine Katze ins Haus kommt, und umgekehrt ebenso. Die israelische Studie zeigte: Je jünger die Tiere sind, umso leichter stellen sie sich aufeinander ein. Auch die Konstellation, dass der Hund zu einer bereits vorhandenen Katze hinzukommt, gilt danach als einfacher. Glückt die Zusammenführung, kann ein zauberhaftes Miteinander entstehen. Die Forscher beobachteten, dass Paare, die sich verstehen, einzelne körpersprachliche Rituale voneinander übernehmen – etwa das gegenseitige Beschnuppern der Nase, den Willkommensgruß, wie er unter Katzen, nicht aber bei Hunden üblich ist.

Mehr Tipps für die Zusammenführung

Wie bei jeder anderen Erziehung sollte natürlich das Lob im Vordergrund stehen. Damit dies möglichst durchgängig klappt, lohnt es sich, noch ein paar Dinge im Hinterkopf zu haben: Handelt man nach dem Prinzip, dass der Schwächere vorgeht, stärkt man dessen Position. Normalerweise wird man also die Katze zuerst füttern, außer man hat einen sehr kleinen Hund, der einer Katze unterlegen wäre. Keines der Tiere darf an das Futter des anderen. Jedes Tier hat seine eigenen Schlaf- und Liegeplätze, von denen es der jeweils andere nicht vertreiben darf. Solange diese Gefahr besteht, dürfen Sie Hund und Katze nicht allein lassen.