Grundlagen

Du bist nicht (wirklich) allein!

So lernt Ihr Hund auch einmal alleine zu bleiben

Da Hunde als Rudeltiere sehr auf ihre Menschen fixiert sind, fällt es ihnen schwer, gesittet allein zu Hause zu bleiben. Dennoch ist es sehr, sehr wichtig, dass ein Hund das Alleinbleiben lernt. Übung macht auch hier den Meister, und mit ein paar Tricks wird es Ihrem Vierbeiner daheim garantiert nicht langweilig – er kommt dann gar nicht erst auf dumme Ideen. Da hier der Grundsatz „Früh übt sich" gilt, sollten Sie erste kleine Übungen bereits mit dem Welpen machen. So können Sie auch Trennungsangst vorbeugen.

Erst nach der Eingewöhnungszeit die erste kleine Trainingseinheit

Wichtig ist allerdings, dass sich Ihr Hundekind erst einmal sicher und geborgen in seinem neuen Heim fühlt. Verlassen Sie den Junghund deshalb nicht gleich am ersten Tag, sondern gönnen Sie ihm etwas Eingewöhnungszeit. Mit ihm üben sollten Sie immer dann, wenn Ihr junger Freund müde und satt ist. Zusätzlich versüßen Sie ihm mit einem attraktiven Spielzeug oder einem leckeren Kauknochen die Zeit des Alleinbleibens. Gehen Sie zunächst ganz unauffällig und ohne große Verabschiedung in einen anderen Raum. Kommen Sie nach kurzer Zeit zurück. Liegt Ihr Welpe noch auf seinem Platz, loben sie ihn kurz mit ein paar freundlichen Worten und beschäftigen sich dann mit irgendeiner Arbeit im Raum.

Kommen und Gehen wird selbstverständlich

Der Welpe soll lernen, Ihr Kommen und Gehen als ganz selbstverständlich hinzunehmen. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals täglich, dehnen Sie die Zeitspanne jedoch erst aus, wenn Ihr Vierbeiner zuverlässig in seinem Korb liegen bleibt. Schließen Sie später auch die Tür, wenn Sie aus dem Zimmer gehen. Klappt diese Übung, verlassen Sie kurzzeitig ganz die Wohnung. Lassen Sie Ihren Hund auch mal im Haus, wenn Sie zum Briefkasten oder zur Mülltonne gehen. Je selbstverständlicher Sie sich verhalten, desto normaler wird es für den Hund sein. Machen Sie aus Ihrem Weggehen kein großes Drama, denn Ihr Hund soll lernen, dass Ihr Weggang und das Wiederkommen normal sind. Große Abschieds- und Wiedersehensszenen würden ihn verunsichern.

Licht und Musik spenden Trost

Natürlich klappt die Erziehung zum Alleinbleiben nicht immer völlig problemlos. Mancher Hund scheint es nie zu lernen und beginnt sofort, nachdem seine Leute das Haus verlassen haben, mit einem herzerweichenden Heulkonzert. Andere Vierbeiner betätigen sich dagegen in Frauchens Abwesenheit als stille Innenarchitekten und legen dabei eine erstaunliche Zerstörungswut an den Tag. Für so einen Hund können Spielsachen eine kurzweilige Abwechslung sein. Damit der hündische Frust nicht an Möbeln, Gardinen oder anderen Einrichtungsgegenständen abreagiert wird, überlassen Sie Ihrem Vierbeiner Spieltaue oder Knautschbälle, an denen er nach Herzenslust herumzerren und kauen kann. Auch kleinere, stabile Kartons mit Deckel, in denen Sie in Zeitungspapier gewickelte Leckerli verstecken, sind eine tolle Beschäftigung. Ein überängstlicher Hund fühlt sich nicht ganz so verlassen, wenn während Ihrer Abwesenheit das Radio läuft. Gehen Sie abends weg, lassen Sie das Licht brennen, denn vielen Hunden macht das Alleinsein bei Dunkelheit Angst.

Wichtige Grundregeln zum Alleinbleiben für Hunde:

  • Sperren Sie Ihren Vierbeiner zum Warten nicht in einen beängstigenden Raum wie Keller oder Bad ein, sondern lassen Sie ihn in seiner vertrauten, hellen Umgebung.
  • Einige Hunde lernen das Alleinbleiben leichter, wenn sie zunächst nur im Auto warten müssen; dies ist ein überschaubarer Raum, von dem aus sie auch noch ihre Umgebung beobachten können. Kommen Sie wieder zurück, bringen Sie ein feines Leckerli mit und zeigen Sie ihm so, dass sich braves Alleinbleiben durchaus lohnt.
  • Viele Hunde tröstet schon ein vertrautes Kleidungsstück von Ihnen, wie ein ausrangierter Socken oder ein alter Pullover im Körbchen.
  • Manche Hunderassen, wie beispielsweise Beagle (aber auch andere Jagdhunde), tun sich aufgrund ihres Wesens als Meutehund generell schwerer mit dem Alleinbleiben. Bewahren Sie daher unbedingt Ruhe und Geduld beim Üben.
  • Bestrafen Sie Ihren Hund nicht, wenn er in Ihrer Abwesenheit etwas angestellt hat, denn diese Strafe bringt er nicht mehr mit seinem Unfug in Verbindung, sondern vielmehr mit Ihrer Rückkehr, so dass er noch mehr Angst vor dem Alleinbleiben bekommt.
  • Lassen Sie Ihren Hund nie länger als vier bis fünf Stunden allein.