Grundlagen

Der Instinkt eines Jägers

Jagdeifer ist allen Hunden zu eigen, aber sehr unterschiedlich ausgeprägt

Das Jagdverhalten

ist ein Instinktverhalten des Hundes, zieht sich durch alle Hunderassen und wird von vier Faktoren bestimmt

 - Territoriale Verhaltensweisen
 - Jagdinstinkt –Nahrungserwerb
 - Sexualverhalten
 - Soziales Rudelverhalten

Hunde jagen nicht unbedingt weil sie Hunger haben, sondern weil die Ausschüttung von Endorphinen sie in eine Art Glückszustand versetzt und mit jeder Hatz wird der Hund süchtiger nach diesem Glücksmoment. Der Hormoncocktail führt nicht nur zu einer gepushten Stimmung sondern auch zur Ausblendung von anderen Reizen und einem niedrigen Schmerzempfinden. Diese biologische Funktion ist in der Natur deswegen sinnvoll, weil nicht jedes Jagen auch zum Erfolg führt. So bleibt der Hund motiviert, auch wenn er nicht jedes Mal etwas fängt.

Der Jagdtrieb des Hundes erwacht etwa ab dem sechsten bis achten Lebensmonat und unkontrolliert kann er für Mensch und Tier gefährlich werden. Gehetzte Rehe erleiden Todesangst und wenn ein Hund wildert, macht er im Rausch auch vor schnellen Autos nicht halt.

Der Reiz, der das Jagdverhalten auslöst, ist meist ein Gegenstand, der sich schnell bewegt, oder ein Lebewesen, das durch das Sichtfeld huscht, zumindest wenn der Hund ein Sichtjäger ist.

So reicht, vorwiegend bei Rassen mit langen Nasen und langen Hängeohren wie Schweißhund, Beagle oder Basset, bereits eine frische Spur und der Hund schaltet komplett in den Jagdmodus um.

Weitere Faktoren für das Auslösen des Jagdverhaltens sind Erfolgserlebnisse, an die sich der Hund erinnert. Bei manchen genügt es, Vögel zu sehen, sie aufzuscheuchen, um die Selbstkontrolle zu verlieren. Andere müssen Beute einmal gepackt oder gefressen haben, um auf den Geschmack gekommen zu sein. Auch Stimmungsübertragung kann der Auslöser für eine Hatz sein. So wird aus einer entspannten Hundegruppe binnen Sekunden eine unkontrolliert jagende Meute, wenn beim Spaziergang mit mehreren nur ein Tier das Jagdfieber befällt.

Aber die Leidenschaft zu jagen ist auch rasseabhängig und längst nicht alle Rassen zeigen diese Passion gleich viel. Je nachdem, für welche Aufgabe eine Rasse gezüchtet wurde, hat man mal das eine, mal das andere in den Vordergrund gestellt, bei Wach- und Schutzhunden waren es etwa die territorialen Instinkte, bei Gesellschaftshunden eher das soziale Rudelverhalten.

Die Gruppe der Jagdhunde wurde im Lauf der Zeit weiterhin spezialisiert. Aus der ursprünglichen Verhaltenskette – Orten, Fixieren, Anpirschen, Hetzen, Packen, Töten, Fressen – wurden bei manchen Rassen bestimmte Elemente ausdrücklich betont, andere dafür in den Hintergrund gedrängt. So wurde etwa bei Windhunden das Hetzen, bei Border Collies das Anschleichen und Fixieren und bei Terriern das Packen und Töten besonders hervorgehoben. Auf diese Weise wurden Spezialisten herangezüchtet, die sich dank ihres Körperbaus und Verhaltens ausdrücklich für bestimmte Aufgaben eignen.

Rassen, die leidenschaftlich gern jagen:

 - Afghane
 - Basset Hound
 - Beagle
 - Bracke
 - Coonhound
 - Dachshund
 - Deutsch Kurzhaar
 - Deutsch Langhaar
 - Deutsch Drahthaar
 - Foxterrier
 - Greyhound
 - Hubertushund
 - Husky
 - Jack Russell Terrier
 - Jagdterrier
 - Laika
 - Magyar Vizsla
 - Münsterländer
 - Otterhound
 - Podenco
 - Pointer
 - Retriever
 - Schweißhund
 - Setter
 - Wachtelhund
 - Weimaraner