Zahnstein den Kampf ansagen

04. Mai 2011, geschrieben von Dr. Lioba Schätz

Gesunde Zähne sind enorm wichtig. Nicht nur bei uns Zweibeinern - sondern auch beim Hund. Den Grundstock für ein intaktes Hundegebiss ohne Plaque und Zahnstein können Sie bereits im Welpenalter legen - und damit ernsthaften Problemen vorbeugen.

Zahnfleischprobleme wie Entzündungen und kariöse Zähne tun dem Hund dabei nicht nur sehr weh, sondern können sogar den Organismus schädigen. Um dies zu verstehen, sehen wir uns kurz an, wie Zahnbelag entsteht: Bakterien bilden im Maul einen Belag auf den Zähnen, der durch Einlagerung von Mineralien aus dem Speichel  sehr hart wird. Wächst dieser Belag, wird das Zahnfleisch zurückgedrängt und entzündet sich. Das ist schmerzhaft und führt im fortgeschrittenen Stadium zu Zahnausfall. Zusätzlich können die Eiterbakterien in den Blutkreislauf gelangen. Die Folge: Sie können zum Beispiel Herzklappenschäden verursachen, sich also schädigend auch auf die Organe auswirken.

Was also tun? Logisch, dem feinen weißen Belag von vornherein den Kampf ansagen, damit aus ihm gar nicht erst Zahnstein wird. Zur Vorsorge ist es zunächst einmal sehr wichtig, dass der Welpe das Kauen lernt. Füttern Sie daher nicht ausnahmslos Feuchtfutter, sondern gewöhnen Sie Ihren Kleinen auch an Trockenfutter. Auch mit Kauknochen sollten Sie ihn vertraut machen. Wichtig: Füttern Sie auf keinen Fall Tierknochen, die splittern und schwere Verletzungen im Rachen oder Magen-Darm-Trakt verursachen können. Nehmen Sie Kauartikel aus Büffelhaut, manche Hunde mögen auch "riechendere" Dinge wie Rinderkopfhaut, Ochsenziemer oder Rinderohren. Hauptsache, es ist hart und der Vierbeiner muss sein Gebiss bemühen - so wird der Belag nämlich abgerieben.

Optimal ist es, wenn Sie Ihrem Hund täglich die Zähne putzen. Gewöhnen Sie ihn bereits von Welpenbeinen an daran. Nehmen Sie aber auf keinen Fall Zahnpasta für Menschen - es gibt spezielle Hundezahnpasta, die noch dazu lecker schmeckt und geschluckt werden kann, zum Beispiel mit Hühnchengeschmack. Spezielle Hundezahnbürsten können Sie über einen Finger stülpen. Animieren Sie Ihr Hundekind dazu, den Fang zu öffnen, putzen Sie ganz kurz über einen Zahn, und dann folgt Lob und Belohnung. So wird Zähneputzen ganz normal - und Ihr Hund hat auch noch im fortgeschrittenen Alter blitzend weiße, gesunde Zähne! Checken sollte dies übrigens auch bei der jährlichen Impfung der Tierarzt.  Denn wenn sich doch Zahnstein gebildet hat, muss dieser rechtzeitig unter Narkose vom Fachmann entfernt werden.