Wer bin ich?

30. April 2014, geschrieben von Holger Schüler

Das tapsige kleine Wesen, dass man sich da ins Haus geholt hat, muss eine ganze Menge lernen. Es muss sich in seinem neuen Leben, der neuen Familie, der neuen Umgebung zurechtfinden. Es muss erwachsen werden und soll zu einer selbstbewussten und gut erzogenen Hundepersönlichkeit werden. Zum Glück ist es das größte Bedürfnis des Hundes, sich zurechtzufinden, zu wissen wo er hingehört, wer zu ihm gehört, was vom ihm erwartet wird. Wir müssen es ihm nur zeigen!

Das fängt schon beim einfachsten Schritt an: Lassen Sie Ihren Hund wissen, wer er ist. Bringen Sie ihm seinen Namen bei. Klingt banal – aber es ist erstaunlich, wie viele Hunde Ihren Namen nicht wirklich kennen. Dabei ist es überaus wichtig, dass Sie Ihren Hund ganz klar ansprechen können und er sich auch angesprochen fühlt.

Ein kleines Spiel ist alles, was nötig ist. Setzen Sie sich zu Ihrem Hund auf den Boden und rufen Sie ihn beim Namen. Wenn er nicht reagiert, werden Sie nicht lauter und fangen am besten auch nicht an „Psst!“ zu machen oder zu schnalzen. Wiederholen Sie den Namen einfach. Wenn Sie freundlich klingen und dazu noch ein freundliches Gesicht machen, wird Ihr Hund Sie anschauen. Und in dem Moment bekommt er ein Leckerli. Das ist schon alles.

Klingt einfach – aber es gibt eine Menge falsch zu machen. Was tun, wenn der Kleine Sie einfach ignoriert? Dann müssen Sie interessanter werden! Futter ist zwar immer eine gute Motivation, aber viel wichtiger ist es, dass Ihre Ausstrahlung für den Hund interessant ist. Versuchen Sie, durch eine ausdrucksvolle Mimik spannend zu sein – ziehen Sie ruhig lustige Grimassen, es schaut ja keiner zu (außer hoffentlich dem Hund). Lassen Sie Ihre Stimme positiv klingen und werden Sie nicht unfreundlich – nach dem Motto: Jetzt aber! Wenn Ihr Hund sich nicht für Sie interessiert, sind Sie einfach noch nicht interessant genug, und wenn Sie ungehalten werden, führt das nur dazu, dass der Hund auf Distanz geht.

Was also tun, wenn der Welpe sich nicht so recht herantraut? Dann müssen Sie darauf achten, ihn ganz sanft zu sich zu locken und ihm Ihre Nähe angenehm zu machen. Halten Sie sich mit Streicheln und Anfassen zurück und geben Sie dem Hund Zeit, sich in Ihrer Nähe wohl zu fühlen.
Und schließlich: was tun, wenn der Kleine stürmisch wird und nur hinter dem Leckerli her ist? Schließen sie die Hand mit dem Leckerli, schieben Sie ihn sanft weg und bleiben Sie ganz ruhig – erst wenn der Hund auch ruhig bleibt und Sie auf Ansprache anschaut, bekommt er die Belohnung.
Bei diesem Spiel lernt der Hund eine ganze Menge. Er baut Nähe auf, er lernt, sich zu beherrschen und er lernt: es lohnt sich, meine Aufmerksamkeit auf meinen Menschen zu richten. Ach so, ja: und natürlich lernt er auch seinen Namen.