Wenn Hunde krank sind

04. August 2011, geschrieben von Dr. Lioba Schätz

Hunde können nicht sagen, wenn es ihnen nicht gut geht oder ihnen etwas weh tut. Es ist die Aufgabe des Menschen, darauf zu achten, dass der Vierbeiner fit ist und sich wohl fühlt. Das ist nicht immer einfach - denn Hunde zeigen oft erst dann deutliche Symptome, wenn ihnen etwas Gravierenderes fehlt.
Wer seinen Hund gut kennt, der erkennt leichter, wenn etwas mit ihm nicht stimmt. Frisst er plötzlich schlecht, springt weniger als sonst herum, ja, ist sogar matt, hat Durchfall, erbricht sich oder hat vermehrt Durst, dann sind dies Alarmzeichen, die Sie dazu veranlassen sollten, den Tierarzt aufzusuchen. Schildern Sie ihm die Symptome genau, dann kann der die Ursache des Unwohlseins Ihres Hundes leichter und schneller heraus finden.
Hat Ihr erwachsender Hund Durchfall, dann können Sie ihm zunächst einmal auf Diät setzen. Am ersten Tag lassen Sie das Futter weg und geben ihm nur ausreichend Wasser zu trinken. Am zweiten Tag können Sie ihm Schonkost füttern. Dazu kochen Sie Reis ganz weich, vermengen ihn mit etwas Hüttenkäse und gekochtem Hühnchen. Geht der Durchfall nach diesen beiden Tagen nicht weg, müssen Sie zum Tierarzt. Ist es ein Welpe oder zeigt er weitere Symptome, gehen Sie bitte sofort zum Tierarzt.
Grundsätzlich gilt: Suchen Sie im Zweifelsfall immer unverzüglich den Fachmann auf, anstatt selbst herumzudoktern. Dadurch verlieren Sie wertvolle Zeit und bringen Ihren Hund womöglich in erste Gefahr. Lieber einmal zuviel zum Tierarzt als zu wenig! Das gilt auch bei unkastrierten Hündinnen, die plötzlich starken Durst haben und sehr matt sind. Hier könnte eine Gebärmuttervereiterung vorliegen, und diese ist ein echter Notfall.
Der Tierarzt hat die diagnostischen Möglichkeiten, um herauszufinden, was mit Ihrem Tier nicht stimmt. Neben einer allgemeinen Untersuchung (Abhören, Abtasten, Fieber messen usw.) kann er ein Blutbild anfordern oder auch Röntgen oder Ultraschall zur Diagnose heran ziehen. Gut ist es, wenn Ihr Kleiner den Tierarzt bereits vorher kennen gelernt hat. Schauen Sie dazu schon mit Ihrem Welpen mal unverbindlich in der Praxis vorbei, ohne dass er untersucht oder geimpft wird - er sollte sich nur ein Leckerchen und ein paar Streicheleinheiten abholen. So verbindet der Knirps den Tierarzt mit etwas Angenehmem und hat weniger Stress, wenn er wirklich einmal krank ist und untersucht werden muss.