Wenn die Hündin trächtig ist

25. Mai 2011, geschrieben von Dr. Lioba Schätz

Wenn die Hündin Nachwuchs bekommt, ist das eine aufregende Sache – eine spannende Zeit und viele Glücksmomente sind vorprogrammiert. Dennoch aber muss sich jeder, der seine Hündin bedecken möchte, dies ganz gut überlegen: Denn zum Züchten gehört nicht nur, mal eben einen möglichst passenden Rüden auszusuchen, sondern sehr, sehr viel mehr. Als Züchter muss man sehr viel Wissen mitbringen: Über Vererbung und Welpenaufzucht, über Geburt und Sozialisierung der Kleinen. Und man darf die Arbeit nicht scheuen, die so ein wundervoller Wurf mit sich bringt: Züchter sein, bedeutet, für Wochen fast Tag und Nacht eingespannt zu sein – es ist ein Fulltimejob und ganz sicher keiner, bei dem man schnell mal eben etwas Geld verdienen kann!

Auch für Ihre Hündin bedeutet es ein gewisses gesundheitliches Risiko, schließlich kann bei so einer Geburt auch etwas schief gehen. Und es bringt auch für sie Stress und Aufregung mit, denn Mutterglück heißt für Ihre Hündin natürlich auch Verantwortung. Wenn Sie sich wirklich alles gründlich überlegt haben, dann ist die wichtigste Grundvoraussetzung vor dem Bedecken, dass Ihre Hündin gesund und wesensfest ist. Es gilt dann, den richtigen Rüden zu finden, der vom Exterieur und Charakter zu Ihrer Hündin passt und selbstverständlich ebenfalls die charakterlichen Voraussetzungen mitbringt. Vor dem Deckakt müssen Sie die Impfungen überprüfen und Ihre Hundedame entwurmen.

Hat es nun geklappt? Die „werdenden Hundeeltern“ können es meistens überhaupt nicht mehr erwarten zu erfahren, ob der Deckakt erfolgreich war. Ab dem 22. Tag sind die Welpen vom Tierarzt tastbar, wenn die Hündin kein Übergewicht hat. Nach 28 Tagen kann der Tierarzt mittels Ultraschall Herzschlag und auch Bewegung der Föten sehen – die genaue Anzahl der Welpen ist aber dabei möglicherweise noch nicht festzustellen. Dies ist sicher erst durch die Röntgenuntersuchung in zwei Ebenen möglich, und zwar ab dem 49. Tag.

Nach der ersten Hälfte der Trächtigkeit müssen Sie nun das Futter umstellen bei der Hündin, und zwar auf ein Welpenfutter. Bei großwüchsigen Welpen allerdings das „normale“ Welpenfutter, denn das für großwüchsige Hunde ist zu energiearm. Wichtig ist: Füttern Sie nicht im Übermaß und vermeiden Sie, dass die Hündin dick wird. Kurz vor der Geburt geben Sie mehrmals am Tag kleine Portionen, da der Magen nicht mehr viel Platz hat. Nun ist es auch Zeit, die Wurfkiste herzurichten, die die Hündin für die Geburt neben viel Ruhe benötigt. Um sich darauf vorzubereiten, sollten Sie sich ganz genau schlau machen, wie eine Geburt abläuft, um Ihrer Hündin zur Seite zu stehen. Fragen Sie auch Ihren Tierarzt, ob Sie ihn Tag und Nacht anrufen können, wenn es zu Komplikationen kommen könnte. Falls nicht, kümmern Sie sich rechtzeitig um einen Tierarzt, der einen 24-Stunden-Notdienst bietet.

Nach der Geburt gilt für Ihre Hündin: Je mehr Junge sie hat, desto mehr Futter braucht sie. Die Milchproduktion erfordert sehr viel Energie – geben Sie ihr daher Welpenfutter, soviel sie möchte.