Weg isser...

21. August 2013, geschrieben von Holger Schüler

Anfangs tapst der Welpe ja nur allzu bereitwillig hinter einem her. Folgetrieb nennt man das – und der verschwindet leider. Die Bereitschaft des Welpen, sich aus der sicheren Nähe des Menschen zu entfernen, wird größer. Vielleicht klappt der Rückruf noch nichts so gut, wie er sollte (ÜbenÜbenÜben!) - also gehen Sie hin, die Leine in die Hand, Karabiner eingehakt und ab nach Hause. Alles gut.
Das machen Sie drei oder viermal und Ihr Hund hat wieder etwas gelernt. Nämlich: oha, da kommt Herrchen/Frauchen mit der Leine in der Hand – schnell weg. Und dann liefern Sie sich ein tolles Fangenspiel. Was für ein Spaß.
Hunde lernen eben schnell. Hier hat der Hund gelernt: Sobald die Leine dran ist, ist der Spaß vorbei. Dann ist Schluß mit Spielen, Herumtollen, Schnüffeln. Statt dessen muss man neben einem schlecht gelaunten Menschen herlaufen, der das Fangenspiel gar nicht so lustig fand.

Der Fehler liegt auf der Hand. Der Hund hat das Anleinen damit verknüpft, dass etwas Schönes aufhört. Das vermeiden Sie, indem Sie ihn einfach sehr oft anleinen – und kurz danach wieder ableinen. Immer wieder mal rufen, mal anleinen, mal nicht, wieder ableinen, weiterspielen lassen, wieder rufen, anleinen, ableinen usw.

Wichtig ist, dass der Hund nicht immer die genau gleiche Erfahrung macht, aus der er dann schnell seine Schlüsse zieht. Nur eins ist immer gleich: Jedesmal, wenn der Hund kommt, muss es sich lohnen. Sie freuen sich, spielen mit ihm, es gibt eine tolle Belohnung.

Und noch etwas ist ganz wichtig: Wer sagt überhaupt, dass man an der Leine nicht auch Spaß haben kann? Es muss für den Hund schön und angenehm sein, mit Ihnen zu laufen. Warum soll er sich in Ihrer Nähe nicht wohl fühlen? Vielleicht, weil er spürt, dass Sie selbst insgeheim die Leine nicht mögen? Dann wird er sie natürlich auch unangenehm finden. Die Leine sollte Mensch und Hund nicht lästig sein, sondern Ausdruck ihrer Verbindung: Wir gehören zusammen!