Warum häusliche Regeln so wichtig sind

18. Juli 2012, geschrieben von Holger Schüler

Hunde lernen leicht und schnell. Es ist z.B. sehr einfach, einen Hund dazu zu erziehen, überall im Weg zu liegen, Menschen anzuspringen und umzurennen und sich auch sonst zu benehmen wie ein ungezogener Rüpel.
Alles, was Sie dafür tun müssen, ist, dem Hund immer schön aus dem Weg zu gehen und Platz zu machen. Wenn er sich mitten im Wohnzimmer breit macht, gehen Sie vorsichtig um ihn herum, um ihn nur ja nicht zu wecken. Wenn er quer im Flur liegt, steigen Sie über ihn drüber. Wenn er unter dem Tisch liegt, geben Sie sich größte Mühe, die Füße still zu halten. Beim Spaziergang achten Sie darauf, den Hund nicht beim herumschnuppern zu stören und folgen ihm stets in angemessenem Abstand.
Wenn Sie das von Welpenalter konsequent durchziehen, müssen Sie sich um die restliche Erziehung gar nicht mehr kümmern. Ihr Hund weiß ja nun, dass er “Graf Bobby” ist, und wird das auch auf das übrige Leben übertragen....

Ich verlange von meinen Kunden stets, häusliche Regeln aufzustellen und einzuhalten. Sie sollen Tabuzonen einrichten, ein Korbtraining durchführen, und darauf bestehen, dass der Hund dem Menschen ausweicht und nicht umgekehrt. Und zwar verlange ich das auch, wenn der Hund “eigentlich” im Haus unproblematisch ist und “nur” draußen nicht hört. Aber die Einhaltung einfachster Regeln des Zusammenlebens im Haus ist der effektivste und einfachste Weg, dem Hund zu zeigen, dass der Mensch einen gewissen Führungsanspruch erhebt. Und das ist nun mal nötig - denn sonst wird ihr “Graf Bobby” Kommandos zwar lernen, aber nur befolgen, wenn ihm gerade danach ist (“Er kann Sitz, aber nur wenn er will!”).

Und keine Sorge: Ihr Hund wird sich nicht unterjocht fühlen, und es wird ihm auch gar nichts ausmachen, sich an die neuen Regeln zu halten. Auch für den Hund sind klare Verhältnisse angenehmer. Er wird seinen “Graf Bobby Status” bereitwillig aufgeben und bald auch in anderen Situationen mehr Respekt zeigen. Und das alles ohne großen Aufwand.

Der “arme Hund” muss Ihnen nicht leid tun, wenn er mal aus dem Weg gehen muss. Schließlich erwarten Sie von den menschlichen Familienmitgliedern ebenso ein normales Maß an Höflichkeit, Rücksichtnahme und Benehmen - warum also nicht von Ihrem Hund?