Übergewicht: Mehr als ein Schönheitsfehler

19. Oktober 2011, geschrieben von Dr. Lioba Schätz

Rund ein Drittel aller Hunde leidet unter Übergewicht. Das Zuviel auf den Rippen ist dabei weit mehr als ein Schönheitsfehler, sondern wirkt sich sehr negativ auf die Gesundheit des Hundes aus. Ein Vierbeiner, der rank und schlank ist, hat somit weit bessere Chancen, bis ins Alter fit und gesund zu bleiben.
Warum ist Übergewicht so schädlich? Ganz einfach: Wiegt Ihr Hund zu viel, werden die Gelenke überlastet. Die Folge können Entzündungen, Bandscheibenschäden und sogar Kreuzbandrisse sein (hier nimmt die Rate bei übergewichtigen Hunden sogar um mehr als die Hälfte zu). Da das Fett den Brustkorb verengt, bekommen viele Vierbeiner auch Probleme mit der Atmung, gerade auch bei Anstrengungen. Dabei wäre genügend Sauerstoff sehr wichtig: Ein übergewichtiger Hund braucht mehr davon, da er mehr Körpermasse versorgen muss. Die Folge: Beim Gassigehen oder Spielen wird der Hund schneller müde. Auch Hitze verträgt er schlechter. Negative Auswirkungen hat Übergewicht auch auf den Blutdruck, der stark steigt. Dies wirkt sich auch schädlich auf die Organe aus: Nieren und Herz können Schaden davon tragen. Auch die Leber kann durch die Fetteinlagerungen beeinträchtigt werden. Leberschäden sind die Folge. Die Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei dicken Tieren schnellt dabei regelrecht nach oben: Über dreimal so häufig leiden übergewichtige Hunde im Vergleich zu normal gewichtigen Tieren daran. Weitere Probleme, die sich ergeben: Hautkrankheiten nehmen um fast die Hälfte   zu, und das Risiko, dass der Hund einen Tumor bekommt, steigt ebenmfalls um die Hälfte an. Alles in allem mindert Übergewicht die Lebensfreude des Hundes - denn wer sich weniger bewegen kann, der hat auch weniger Spaß und Lebensqualität!
Achten Sie daher frühzeitig darauf, dass Ihr Hund in Form bleibt. Dies können Sie gewährleisten, wenn Ihr Hund nicht mehr Energie aufnimmt als er verbrauchen kann. Denn der Überschuss an Energie wird als Fett gespeichert. Droht Übergewicht oder ist Ihr Hund schon zu dick, müssen Sie den Energiebedarf steigern. Das bedeutet konkret: Bewegung ist angesagt! Gleichzeitig müssen Sie die Energieaufnahme verringern. Das können Sie durch eine Reduktion des Futters (keinesfalls aber eine Nulldiät, sonst schaltet der Körper auf Sparprogramm), Lightfutter, weniger Leckerlis und keine Kalorienbomben wie Kauknochen oder Schweineohren erreichen. Lightfutter hat den Vorteil, dass es weniger Fett aufweist, dafür aber mehr Ballaststoffe. Die Folge: Der Hund wird schneller satt. Lassen Sie Ihren Hund immer langsam abnehmen, dann ist es nachhaltiger und der Körper geht an die Fettreserven. Bevor Sie jedoch mit einer Diät beginnen, lassen Sie Ihr Tier stets vom Tierarzt untersuchen. Dies ist wichtig, um eine eventuelle Krankheit als Ursache des Übergewichts ausschließen zu können. Mit dem Fachmann sollten Sie auch den Ernährungsplan durchsprechen und sich Tipps holen, wie viel Bewegung gut für Ihren Hund ist, damit er wieder in Form kommt.