Streicheln als Lob

07. Januar 2015, geschrieben von Holger Schüler

Gerne wird dem Hund über den Kopf gestreichelt, wenn er etwas gut gemacht hat. Beobachten Sie mal ganz genau, was passiert, wenn Sie das tun!
Die meisten Hunde werden eher unruhig, wenn Sie am Kopf angefasst werden. Hunde mögen Berührungen am Kopf meist nicht besonders, und müssen sogar erst lernen, sie überhaupt zu akzeptieren. Viele Hunde weichen der Berührung aus und gehen einen Schritt zurück. Warum? Weil der Mensch sich über den Hund beugen muss, um ihm den Kopf zu tätscheln. Das ist bedrohlich und unangenehm für den Hund. So schaffen Sie ungewollt Distanz statt Nähe.
Viele Hunde reagieren auch aufgeregt, wenn die Hand näher kommt, springen hoch oder schnappen spielerisch nach der Hand. Sie reagieren auf die Hand wie auf eine Hundeschanze, die versucht, zu beißen oder zu zwicken.
Das Anfassen irritiert den Hund und stört die Übungsatmosphäre. Als positive Verstärkung  funktioniert es nicht, denn Sie können nicht davon ausgehen, dass der Hund Ihr Streicheln überhaupt als Lob versteht.
Loben Sie lieber mit der Stimme, einem Lächeln, oder auch einem Leckerli, aber fassen Sie Ihren Hund nicht an, um ihn zu loben! Das gilt besonders, wenn Sie einen ängstlichen oder besonders „aufgedrehten“, nervösen Hund haben.
Körperkontakt ist natürlich willkommen und wichtig für Ihren Hund. Statt ihn mit den Händen zu „verfolgen“ ist es besser, sich einfach auf den Boden zu setzen und den Hund einzuladen, sich an Sie zu kuscheln.