Spielend an die Leine gewöhnen

04. September 2013, geschrieben von Holger Schüler

Die Leine begleitet den Hund sein ganzes Leben lang. Es ist schade, dass sie für so viele Hunde das ganze Leben lang ein Problem ist. Am besten ist es, wenn man schon dem Welpen erklärt, wie das mit der Leine eigentlich funktioniert. Denn die meisten Probleme an der Leine sind einfach nur Verständigungsprobleme.
Es fängt beim Anleinen an. Das Anleinen sollte von Anfang an kein Fangenspiel und auch kein Überfallkommando sein.  Das Ziel ist nicht, dass der Hund irgendwie an die Leine gehängt wird – das Ziel ist es, dass der Hund das Anleinen versteht, aufmerksam bei der Sache ist und es als positiv empfindet.
Üben Sie das Anleinen von Anfang an. Rufen Sie Ihren Hund zu sich, gehen Sie dazu einladend in die Hocke. Wenn der Hund entspannt vor Ihnen steht oder sitzt (später sollte er absitzen, aber das muss der Welpe noch nicht können), reichen Sie durch das Halsband hindurch ein Leckerli und streifen dabei ganz langsam das Halsband über den Kopf. Lassen Sie keine Hektik aufkommen. Achten Sie darauf, dass der Hund gerne zu Ihnen kommt und entspannt ist. Wenn Sie hektisch werden, den Hund festhalten oder hinter ihm her rennen, machen Sie das Anleinen zu einer unruhigen und unangenehmen Erfahrung für den Hund.
Üben Sie das Anlegen der Leine häufig in der Wohnung, immer mal wieder zwischendurch, nehmen sie das Halsband ruhig gleich wieder ab oder lassen Sie den Hund mal ein paar Minuten in der Wohnung an der Leine. Arbeiten sie von Anfang an gegen die Erwartung: Anleinen bedeutet immer Rausgehen! Es geht erst mal NUR ums Anleinen. Je ruhiger und positiver das abläuft, umso besser klappt es dann auch mit dem Gehen an der Leine.
Wenn es mit dem Halsband gut klappt, können Sie mit dem Geschirr weiter üben.
Auch das Anlegen des Geschirrs muss ruhig und entspannt ablaufen. Das ist schon schwieriger, weil es viel mehr Gefummel ist als nur ein Halsband. Geben Sie sich Zeit und Ruhe dafür. Es muss nicht auf Anhieb klappen. Der Welpe muss erst lernen, still stehen zu bleiben, während man um ihn herum Riemen legt und Schnallen schließt – das ist keineswegs  selbstverständlich! Üben Sie vorher, dass Sie den Hund überall berühren und anfassen können, ohne dass er zappelig wird. Unterbrechen Sie dann, bleiben Sie selbst ganz entspannt, gehen Sie nicht auf das Gezappel ein und machen Sie auch kein lustiges Spiel daraus.
Für das Ableinen gelten dieselben Regeln. Lassen Sie keine Hektik aufkommen und achten Sie immer darauf, dass der Hund aufmerksam bei der Sache ist.