Spielen will gelernt sein!

27. November 2013, geschrieben von Holger Schüler

Es ist sehr lehrreich, meine Hunde Falk und Siska zu beobachten, wenn Sie beim Welpenkurs als Onkel und Tante auftreten dürfen. Falk ignoriert das ganze Gewusel völlig, während er von seinen Bewunderen verfolgt wird. Im letzten Kurs hatte er eine ganze Dackelgefolgschaft. Er hat sie keines Blickes gewürdigt.
Siska lässt sich schon eher mal auf ein Spielchen ein. Das geht eine Weile so, und irgendwann macht sie dann auch ihr Ding und kümmert sich nicht mehr um die Kleinen. Die minimalen Gesten, mit denen die beiden dem Jungvolk klarmachen, wann es ihnen zu blöd wird, nimmt man als ungeübter Beobachter überhaupt nicht wahr.

Im Grunde reicht es schon, dass die erwachsenen Hunde ausstrahlen: ach, lass mal, du nervst... Und keiner der Kleinen würde es wagen, dann auf ihnen herumzuspringen, ihnen in die Füße zu beißen, sie anzukläffen oder sonst was.
Und wie reagieren Menschen, wenn so ein hyperaktiver kleiner Clown ihnen im Gesicht hängt, kläfft, hochspringt, in die Hände beißt? „Ach ist der süß!“ Und dann machen sie das Gehampel auch noch mit und drehen den Hund noch mehr auf.

Natürlich ist der Welpe nun irgendwann kein Welpe mehr und nicht mehr ganz so süß – aber wenn er immer nur erfahren hat, dass es ganz toll ist, sich außer Rand und Band zu gebärden, dann wird er nicht automatisch mit Erreichen der 15 Kilo Grenze damit aufhören. Dann haben Sie so einen typischen „Der will nur Spielen!“ Hund. Und plötzlich kriegt er Ärger, wird geschimpft – und versteht die Welt nicht mehr.

Machen Sie also dem Welpen von vornherein klar, dass es auch beim Spielen Regeln gibt.
Es wird nicht immer und überall herumgetobt – wilde Spiele gehören nach draußen, nicht in die Wohnung. Lassen Sie sich nicht beißen und anspringen. Falk und Siska zeigen, dass dazu gar nicht viel nötig ist. Gehen Sie einfach nicht immer auf Ihren Welpen ein, wenn der gerade wieder Action machen will, ergreifen Sie lieber selbst die Initiative zum Spielen und beenden Sie das Ganze dann auch wieder. Und wenn der Hund nicht locker lässt, reicht es meist schon, ihn mit einem kleinen Schubs auf Distanz zu bringen und sich abzuwenden.