Spiel, Spaß und Übung!

16. Oktober 2013, geschrieben von Holger Schüler

Jeder Welpe muss unbedingt in die Welpenspielstunde. Oder?
Schauen Sie sich die Welpenstunde am besten vorher mal genau an und überlegen Sie sich, was Ihr Hund dort lernt. Leider läuft es oft so ab: die Hunde werden aufeinander los gelassen, während die Menschen drum herumsitzen und sich daran freuen, wie nett die Hunde doch miteinander spielen.
Natürlich gehört das freie Spielen dazu. Aber es ist nicht der eigentliche Zweck des Ganzen. Was lernen die Hunde dabei, wenn sie nur unkontrolliert herumtoben?
Sie lernen, Konflikte unter sich auszumachen. Sie lernen, dass sie mit ihren Problemen alleine da stehen. Und sie lernen, dass es ganz normal ist, auf jeden Artgenossen zuzustürmen.
Wird der Hund erwachsen, haben Sie dann unter Umständen einen Hund, der auch weiterhin bei Begegnungen mit Artgenossen selbst entscheidet. Der sie zu jedem Hund hinzerrt und mit seinem überschwänglichen Spieleifer belästigt. Der einfach nicht weiß, wann Schluss ist, und es sich von Ihnen auch nicht sagen lässt. Aber vor allem hat ihr Hund nicht gelernt, dass er bei Ihnen Sicherheit und Schutz findet, wenn es ihm zuviel wird.
In der Welpenstunde sollten Sie z.B. üben, Ihren Hund aus der Ablenkung und dem Spiel mit den anderen Hunden heraus zurückzurufen. Sie entscheiden, wann er zu den anderen darf. Sie brechen ab, wenn es Ihrem Hund zuviel wird, aber auch, wenn Ihr Hund zu weit geht und die Gruppe aufmischt.
Eine sehr wichtige und gute Übung ist zum Beispiel diese: Alle Welpen sind angeleint, die Besitzer sitzen auf dem Boden. Jetzt darf einer frei laufen. Wenn er zu den anderen, angeleinten Welpen geht, wird er von deren Besitzern beiseite geschoben. So machen die Kleinen die Erfahrung, dass sie an der Leine sicher sind: Weil Ihr Mensch es nicht zulässt, dass sie belästigt werden.
Eine gute Welpenstunde ist eben nicht nur Spielstunde, sondern auch eine Übungsstunde. Es sollte in erster Linie um die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Welpen gehen. Das ist keine Kinderarbeit – das ist die Grundlage der weiteren Erziehung.