Sitz und Platz

18. September 2013, geschrieben von Holger Schüler

Wenn Hundebesitzer beschreiben, wie gut Ihr Hund erzogen ist, dann kommt oft: Er kann Sitz und Platz. Gern mit dem Zusatz: Wenn er will. Oder: Meistens. Oder: Eigentlich.....

Die Grundkommandos sind selbstverständlich ein wichtiger Teil der Erziehung. Aber worum geht es eigentlich? Dem Hund Sitz! oder Platz! zu befehlen, ist nur sinnvoll, wenn das Kommando bedeutet: Setz dich (oder mach Platz) bis das Kommando wieder aufgehoben wird oder ein anderes Kommando folgt. Darum geht es! Sie wollen ja keinen lustigen Trick einüben, wie zum Beispiel Männchen machen. Der Hund soll lernen, auf Ihr Kommando hin ruhig zu warten, bis es weitergeht. Zum Beispiel am Straßenrand, oder weil Sie gerade auf etwas anderes achten müssen.

Wenn Sie dem Hund befehlen, sich zu setzen, er aber selbstständig das Kommando aufhebt, ist der Befehl bedeutungslos. Die Entscheidung, wie lange er sitzt, trifft der Hund selbst. Logisch, dass er daraus ableitet, dass er auch selbst entscheiden kann, ob er das Kommando überhaupt ausführt. Und in dem Moment, wo er etwas anderes wichtiger oder interessanter findet, wird er den Befehl nicht beachten.

Konsequenz bedeutet,  darauf zu bestehen, dass der Hund sich nicht nur setzt, sondern sitzen bleibt. Und nur, wenn Sie konsequent sind, wird der Hund Ihre Befehle respektieren.

Also: Führen Sie von Anfang an ein Kommando ein, dass den Hund aus der Arbeit entlässt, zum Beispiel „und ab!“. Wenn der Hund vorher aufsteht, fangen Sie von vorne an und befehlen erneut Sitz! Hier ist Hartnäckigkeit gefragt.
Achten Sie darauf, dass Sie nicht jedes Mal, wenn Sie loben, dadurch den Befehl aufheben. Viele Hunde lernen: Leckerli oder Lob bedeutet, dass die Übung vorbei ist.
Fordern Sie nicht zuviel. Der Welpe muss nicht von Anfang an minutenlang sitzen bleiben. Aber: was Sie fordern, müssen Sie auch durchsetzen.
Und zum Schluß: Sitz ist Sitz und Platz ist Platz. Es ist nicht egal, ob der Hund sich setzt oder legt. Unterscheiden Sie die Kommandos klar und deutlich von Anfang an. Nur so kann der Hund lernen, dass Sie wirklich das meinen, was Sie sagen.