Oh, ein Floh!

29. Juni 2011, geschrieben von Dr. Lioba Schätz

Kratzt sich Ihr Hund ständig? Dann könnte er Flöhe haben. Keine Sorge, dass Ihr Tierarzt Sie dann schief anschaut:  Flohbefall ist eines der häufigsten Probleme bei Hunden - auch bei gut gepflegten und sonst gesunden Tieren. Es gilt nun aber natürlich, etwas dagegen zu unternehmen. Drei Schritte sind notwendig, damit Ihr Tier die ungebetenen Gäste wieder los wird!

Was aber sind eigentlich Flöhe? Es handelt sich hierbei um blutsaugende Insekten, die auf der Haut von Hunden und Katzen parasitieren und zu zahlreichen Unannehmlichkeiten und Krankheitserscheinungen für Tiere und Halter führen können. Fünf verschiedene Floharten kommen alleine beim Hund vor: Der Hundefloh, der Katzenfloh, der Igelfloh, Vogelflöhe und der Menschenfloh. Erstaunlicherweise ist der Katzenfloh auch beim Hund in etwas mehr als der Hälfte aller Fälle für den Flohbefall verantwortlich und somit auch hier die häufigste Flohart.
 
Wichtig für Sie zu wissen: Bis zu 80 Prozent einer Flohpopulation lebt nicht auf dem Tier selbst, sondern in seiner direkten Umwelt, also zum Beispiel im Korb und auf der Decke. Deshalb ist es wichtig, bei Flohbefall eine Generalreinigung vorzunehmen: Staubsaugen mindestens drei Tage hintereinander, Staubsaugerbeutel sofort außerhalb der Wohnung entsorgen, Waschen der Textilien, die mit dem Hund  in Berührung gekommen sind.

Wie erkennen Sie nun Flohbefall? Typische Bissstellen von Flöhen sind am Hals, Nacken und an der Schwanzwurzel. Flohbisse verursachen Hautrötungen, Juckreiz, Pusteln. Es können durch Folge-Infektionen mit anderen Hautkeimen tiefe, eitrige Entzündungen der Haut entstehen. Bei hochgradigem Befall können sogar Eisenmangel und Blutarmut verursacht werden. Flohspeichel ist ein stark Allergie auslösender Stoff und führt sehr häufig zum sogenannten Flohekzem. Dieses beginnt meist auf der Kruppe. Es können großflächige, nässende, stark juckende Entzündungsgebiete entstehen, die sich oft zusätzlich sekundär infizieren.

Neben den typischen Hauterscheinungen sind Flöhe Zwischenwirte und Überträger für verschiedenen Parasiten, darunter dem weltweit häufigsten Hundebandwurm (Dipylidium caninum). Der Wurm wird aufgenommen, wenn der Floh von Hund geschluckt wird.  Daher sollten Tiere mit Flohbefall unbedingt entwurmt werden.

Unangenehm für Sie: Der Tierhalter kann auch von den Flöhen gebissen werden. Auch aus diesem Grunde sollten Sie vorbeugen. Drei verschiedene Maßnahmen gilt es zu treffen: Erstens eine gründliche Behandlung des befallenen Tieres, zweitens die Bekämpfung der Flöhe in der Umgebung und drittens eine wirksame Prophylaxe zum Schutz vor Flöhen, zum Beispiel durch ein geeignetes Spot-On-Präparat. Wenn Sie Ihren Hund dann noch entwurmen, haben Sie und Ihr Hund bald wieder Ruhe vor den Lästlingen!