Motivation ist alles!

11. Dezember 2013, geschrieben von Holger Schüler

Um eine wirklich gute Partnerschaft mit dem Hund aufzubauen, muss man sich schon ein bisschen anstrengen. Für einen reibungslosen und stressfreien Alltag mit Hund ist einfach ein Grundgehorsam wichtig und ein paar Regeln braucht es auch. Leider wird gern ein bisschen zuviel TamTam um Fragen der Rangordung gemacht – und zuwenig einfach nur geübt. Denn wenn der Hund Ihre Kommandos und Regeln nicht befolgt, dann ganz oft nur deshalb, weil sie eben einfach noch nicht sitzen. Also: erst mal genau hinschauen: Versteht der Hund überhaupt, was er tun soll? Und dann: Üben Üben Üben.

Tja – und da ist er dann plötzlich, der innere Schweinhund. Auf tägliches Üben hat man oft einfach keine Lust, und wenn etwas dauernd nicht klappt, dann schon sowieso nicht mehr. Der einzige Ausweg: Seinen Sie auf der Hut vor Motivationskillern – und zapfen Sie Motivationsquellen an!

Die größten Motivationskiller:

1. Das schlechte Gewissen:
Niemand ist perfekt. Über Fehler und Versäumnisse nachzugrübeln bringt nichts. Konzentrieren Sie sich darauf, es besser zu machen und schauen Sie nicht zurück.

2. Sich zuviel vornehmen:
Ich will jeden Tag eine ganze Stunde am Stück üben! Sonst lohnt es sich doch nicht! Und dann ist aber sowieso nie eine ganze Stunde Zeit, und man fängt gar nicht erst an.

3. Ziele zu hoch stecken:
Wenn alles beim ersten Mal klappen soll, ist Frust vorprogrammiert.

4. Ziele zu niedrig stecken:
Wer sich nichts vornimmt, macht es sich zu einfach.

5. Langeweile:
Der Motivationskiller Nr 1! Machen Sie das Üben abwechslungsreich und interessant für sich und Ihren Hund.

6. Zu viel Anspannung:
Setzen Sie sich und Ihren Hund nicht unter Druck. Verbissenheit macht die Motivation kaputt.

7. Sich zu wenig zutrauen:
Wer denkt, das klappt ja doch nie, der fängt gar nicht erst an.

8. Aufgaben nicht sorgfältig erarbeiten:
Wenn man Lernschritte nicht sinnvoll aufeinander aufbaut, kann es nicht klappen. Und dann ist gleich wieder der Gedanke da: „Das schaffe ich doch sowieso nie!“

9. Erfolge nicht erkennen:
Sie halten alles für selbstverständlich? Sie sehen nur die Fehler? Vorsicht, da bleiben Spaß und Motivation auf der Strecke!


Die besten Motivationsquellen:

1. Kurze, knackige Übungseinheiten:
Üben Sie häufig und kurz, über den Tag verteilt. Das kommt dem Hund entgegen, er lernt so viel besser. Wenn Sie und Ihr Hund fünf Minuten konzentriert bei der Sache waren, machen Sie schnell Fortschritte. Für den Hund sind kurze Übungseinheiten ideal. In der Ruhepause danach kann sich das Gelernte setzen. Für kurze Arbeitssequenzen ist immer Zeit und Gelegenheit, und es ist viel leichter, die Häufigkeit zu steigern, als die Dauer jeder Arbeitseinheit. Auch wenn man gerade müde aufs Sofa sinken möchte - wenn das Spielzeug schon griffbereit im Regal über dem Fernseher liegt, kann man doch auch noch mal eben fünf Minuten intensiv mit dem Hund spielen.... und dabei ganz nebenbei an der Bindung und der Erziehung arbeiten. Kurze Übungseinheiten schützen auch davor, sich immer gleich zu hohe Ziele zu setzen. Man will ja nur kurz üben – das bewahrt vor übertriebenen Erwartungen. Jede Einheit sollte mit einem Erfolg enden. Das schult den Blick für die kleinen Erfolge!

2. Erfolge feiern:
Seien Sie stolz auf das, was klappt. Und reden Sie sich Fortschritte nicht klein, nur weil dasselbe für andere vielleicht schon eine Selbstverständlichkeit ist. Lassen Sie Ihren Hund spüren, dass Sie glücklich und stolz auf ihn sind, wenn er etwas gut gemacht hat. Und vor allem: Lassen Sie den Stolz, die Freude und den Spaß bei sich selbst zu – Sie haben es verdient, auch wenn manches noch nicht klappt.

3. Lächeln!
Das beste Mittel gegen Stress und Anspannung. Nur, wenn Sie mit Spaß und Freude bei der Sache sind, wird Ihr Hund willig mitarbeiten.

4. Klare, erreichbare Ziele stecken:
Die machen den Weg überschaubar. Jedes erreichte Ziel ist ein Erfolg. Und das gibt neue Motivation.

Logisch, dass Ihr Hund auch gleich viel besser mitmacht, wen Sie selbst motiviert sind! Dann macht die Sache beiden richtig Spaß. Und der innere Schweinehund hat keine Chance.