Kleiner Pieks - große Wirkung

07. April 2011, geschrieben von Dr. Lioba Schätz

Es ist nur ein kleiner Pieks - aber er hat eine große Wirkung: Impfungen schützen den Hund vor gefährlichen Krankheiten, die im schlimmsten Falle tödlich enden können. Gehen Sie kein Risiko ein: Sie sollten weder beim Welpen noch beim Junghund noch beim erwachsenen Hund Impf-Müdigkeit entwickeln. Die richtige Grundimmunisierung baut einen sicheren Impf-Schutzschirm auf, der aufgespannt bleibt, wenn Sie die Auffrischungstermine wahrnehmen.

Die erste Impfung sollte optimaler Weise bereits beim Züchter erfolgen (achten Sie hier immer auf Seriosität und kaufen Sie nur einen Welpen mit Impfpass!), und zwar im zarten Hundealter von acht Lebenswochen: Die so genannte Sechsfachimpfung steht an. Sie immunisiert den Hund gegen Staupe, HCC, Parvovirose, Zwingerhusen, Leptospirose und Coronaviren. Danach sind bereits Sie als glücklicher frischgebackener Welpenbesitzer gefragt, Ihren Knirps vier Wochen nach der ersten Impfung zum ersten Mal in die Praxis des Tierarztes Ihres Vertrauens zu bringen: Die Sechsfachimpfung muss wiederholt werden, zusätzlich erfolgt die Impfung gegen Tollwut. Ob in der ca. 16. Lebenswoche neben der Sechsfachimpfung noch einmal die Tollwutimpfung wiederholt wird, ist Ansichtssache und entscheidet am besten Ihr Tierarzt Ihres Vertrauens. Sprechen Sie ihn einfach an. Diese Impfungen werden nach den Impfempfehlungen des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte empfohlen, sind aber nicht zwingend erforderlich. Laut Hersteller reicht eine einzige Impfung gegen Tollwut zum Aufbau eines genügenden Schutzes. Viele Tierärzte impfen auch nur zweimal, da die meisten Hunde schon nach zwei Impfungen einen ausreichenden Impfschutz bilden, allerdings bleibt ein kleines Restrisiko. Daher: Wer sicher gehen möchte, sollte auch die dritte Impfung durchführen lassen. Dies betrifft zu Beispiel Vielreisende und jagdlich geführte Hunde, die einem größeren Tollwutrisiko ausgesetzt sind. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt ausführlich zu den Impfungen beraten. Denn er kann am besten einschätzen welchem Risiko Ihr Hund ausgesetzt ist und wie oft er geimpft werden sollte, damit er optimal geschützt ist.

Die Grundimmunisierung ist also abgeschlossen - damit der Impfschutz bestehen bleibt, müssen Sie an die weiteren Impftermine denken: Jährlich muss ein Pieks gegen Leptospirose, Coronaviren und Zwingerhusten erfolgen, alle drei Jahre steht die komplette Sechsfachimpfung und die Tollwut an.

Ein Tipp von mir noch zum Schluss: Wenn Sie verreisen wollen, machen Sie sich rechtzeitig schlau über die Bestimmungen Ihres Urlaubslandes. Denn einige Länder verlangen z.B. eine jährliche Auffrischung der Tollwutimpfung - daher sollten Sie sich vorher immer nach den gültigen Einreisebestimmungen erkundigen.