Immer dieses Bellen

24. Oktober 2012, geschrieben von Holger Schüler

Wie kann ich meinem Hund das Bellen abgewöhnen? Eine der Lieblingsfragen unter Hundebesitzern. Leider gibt es darauf keine Antwort. Denn Bellen ist keine schlechte Angewohnheit, die man abgewöhnen kann. Bellen ist immer nur ein Symptom. Wer möchte, dass sein Hund weniger bellt, muss also die Ursachen abstellen. Und das ist schon ein wenig komplexer.

Sehr häufig ist das Bellen schlicht und einfach vom Menschen antrainiert. Der Hund bellt und wird mit Aufmerksamkeit belohnt, und wenn es nur Schimpfen ist. Wichtig also, und zwar von Anfang an: Bellen sollte nicht dazu führen, dass der Mensch sich dem Hund zuwendet. Versuchen Sie also nicht, den Hund zu beruhigen oder zu tadeln, sondern wenden Sie sich einfach ab. Gar nicht hilfreich ist es natürlich, den niedlichen Welpen mit „Ja wo isser denn“ etc. auch noch zum Bellen zu animieren! Umgekehrt müssen Sie natürlich dem Hund gerade dann Beachtung schenken, wenn er nicht bellt, und die Initiative zum Spiel oder Trainieren ergreifen. Ein Hund, der den ganzen Tag links liegen gelassen wird, langweilt sich natürlich und wird auf seine Art versuchen, für Abwechslung zu sorgen – und das völlig zu recht!

Neben dem fordernden Bellen nach Aufmerksamkeit ist das Bellen aus Wachsamkeit am häufigsten. Das ist völlig normales Hundeverhalten! Wenn Sie einen sehr wachsamen Hund haben, der alles anzeigt, was sich im Treppenhaus oder vor dem Gartenzaun bewegt, müssen sie Ihrem Hund die Wächteraufgabe entziehen. Weisen Sie ihm einen festen Platz zu, auf dem er nicht mitten im Geschehen ist und nicht alles mitbekommt. Dort kann sich der Hund entspannen. Mit der Zeit wird er verstehen, dass er gar nicht alles bewachen muss. Damit wird auch das Bellen weniger, und vor allem hat Ihr Hund erheblich weniger Stress. Die meisten Hunde sind sehr froh darüber!

Mitunter ist ständiges Bellen auch ein Zeichen von Über- oder Unterforderung, Unsicherheit und Frust. Da hilft nur, den gesamten Hundealltag unter die Lupe zu nehmen. Bringen Sie ganz viel  Ruhe in den Umgang und legen Sie Wert auf sinnvolle, konzentrierte Arbeit mit dem Hund. Wenn sich der Hund wohler fühlt, wird auch das Bellen weniger.

Wenn Ihr Hund aber einfach ein bellfreudiges Exemplar ist, wird er immer gerne bellen. Statt den Hund dafür ständig zu korrigieren, ist es viel einfacher, das Bellen auf Kommando zu üben. Sobald der Hund „Gib Laut!“ verstanden hat, folgt das Kommando „Aus!“ und die Belohnung. Diese Übung ist für den Hund durchweg positiv und macht Spaß. Und er lernt ganz schnell, auf Kommando mit dem Bellen nicht nur anzufangen, sondern eben auch wieder aufzuhören.