Hunde müssen denken dürfen, um glücklich zu sein

06. September 2012, geschrieben von Welpenclub Experten-Team

Was braucht ein Hund zum Glücklichsein? Natürlich körperliche Auslastung - aber auch was fürs Köpfchen, weiß Dr. Immanuel Birmelin. Der Verhaltensforscher von internationalem Rang hat herausgefunden: Nur ein Hund, der denken darf, ist ein ausgelasteter Hund. Dabei gehören für den Wissenschaftler drei Dinge untrennbar zusammen: Denken, Lernen und Fühlen. Damit ein Hund denken kann, muss eine wichtige Voraussetzung erfüllt sein, sagt der Experte: "Das Tier muss sich wohl fühlen." Er muss entspannt sein, um Aufgaben lösen zu können. In der Wissenschaft kann sogar gemessen werden, ob ein Tier sich wohlfühlt: Anhand der Cortisolwerte. Ein niedriger Cortisolspiegel bedeutet, der Vierbeiner ist entspannt. Ein hoher Spiegel heißt, der Hund hat Stress. Und lernen unter Stress ist so gut wie unmöglich - das wissen auch Schüler und Studenten! Wenn ein Hund nicht die Möglichkeit bekommt, seine grauen Zellen zu nutzen, dann baut er im wahrsten Sinne des Wortes ab: Die Nervenzellen werden weniger, hat die Neurobiologie herausgefunden. Und er entwickelt leichter Zwangsneurosen. Ein Hund, der denken darf, ist dagegen ein ausgelasteter Hund: "Wir verwenden 25 Prozent der Energie, die wir täglich aufnehmen, für unser Gehirn", erklärt Dr. Immanuel Birmelin. "Denken macht müde - gerade auch Hunde!" Gehen Sie also mit Ihrem Vierbeiner nicht nur Gassi, sondern fördern und fordern ihn mit kleinen Denksportaufgaben. Wir haben ein leicht nachzumachendes Experiment für Sie parat: Nehmen Sie drei Joghurtbecher und stellen Sie sie vor den Hund. Unter einen der Becher legen Sie nun ein Leckerchen. Weiß der Hund, unter welchem sich der Happen befindet, und schubst den richtigen Becher um? Prima! Ansonsten: Einfach weiter üben. Erschweren können Sie das Ganze, indem Sie die Becher durcheinander mischen. Nun wird sich der Hund schwer tun, den richtigen Becher mit dem Leckerchen herauszusuchen - er muss testen, unter welchem es liegt. Das ist eine tolle kleine Aufgabe, mit der Sie für Gehirnjogging bei Ihrem Hund sorgen und Ihren Hund dabei spielerisch auslasten können.