Gemeinsam Erfahrungen sammeln!

05. Februar 2014, geschrieben von Holger Schüler

Zwei ganz wichtige Erfahrungen sollte Ihr Welpe unbedingt machen:
Erstens: Die Welt ist ein toller, interessanter Ort! Und zweitens: bei meinen Menschen kann ich mich immer sicher fühlen!
Wenn man über diese Aussage nachdenkt, kommt man zwangsläufig zu dem Schluss: Raus in die Welt und Erfahrungen sammeln, und zwar gemeinsam.
Ebenso wie für ein Kind, ist eine langweilige, reizarme Umgebung ohne Abwechslung für einen Welpen eine schreckliche Sache. Sein ganzes Wesen ist darauf angelegt, Erfahrungen zu machen und zu lernen, um später überleben zu können. Wenn junge Hunde – ebenso wie Menschenkinder und alle jungen Säugetiere – keine Erfahrungen machen dürfen, reagieren sie mit Langeweile. So wie Hunger das dringende Bedürfnis nach Nahrung ist, ist Langeweile das dringende Bedürfnis nach Erfahrungen. Aus Langeweile können sich Unruhe, Aggression, Unsicherheit und Angst entwickeln. Aus einem Junghund, der keine Erfahrungen machen darf, wird ein unerfahrener, unsicherer und unflexibler erwachsener Hund.  Genau die Sorte, die dann bei mir als „Problemhund“ landet.
Zeigen Sie also schon dem Welpen die Welt, in der er sich als erwachsener Hund wohl fühlen soll. Nicht nur die drei Ecken ums Feld. Sondern auch den Zug oder Bus, die Innenstadt, das Eiscafé. Andere Menschen, andere Hunde, Motorräder, Pferde, Kühe – was auch immer.
Und nein, das ist nicht alles „zuviel“ für den Welpen. Für ihn ist das eben seine Umwelt, es gibt eine Menge zu sehen und zu lernen, und Sie sind ja bei ihm. Sie geben ihm Schutz, wenn er sich unsicher fühlt, Sie tragen ihn, wenn er müde wird, und Sie zeigen ihm den Weg.
Eben: Die Welt ist ein toller Ort, und bei meinem Menschen kann ich mich sicher fühlen!
Ein Hund, der das gelernt hat, wird in ungewohnten, neuen Situationen stets auf seinen Menschen blicken und sich auf ihn verlassen. Also: Raus in die Welt!