Gefahr aus dem Süden: Leishmaniose

04. Juni 2014, geschrieben von Welpenclub Experten-Team

Dass Sie Ihren Hund gegen Zecken schützen müssen, ist bekannt. Aber wenn Sie in den Süden reisen, dann braucht Ihr Vierbeiner auch ein wirksames Mittel gegen Sandmücken. Die sandfarbenen - daher der Name - Insekten treiben zum Beispiel in Südfrankreich, Spanien, Italien und Portugal ihr Unwesen. Ein Pieks kann fatale Folgen haben: Denn der Hund kann sich mit Leishmaniose infizieren. Leishmaniose ist eine typische Mittelmeerkrankheit, die aber durch Urlaubsreisen mit Hund in südliche Gefilde und auch Tierschutzhunde aus dem Ausland mittlerweile ein wichtiges Thema auch in Deutschland geworden ist.

Die Infektionskrankheit wird von der Sandmücke, auch Schmetterlingsmücke genannt, übertragen. Dabei handelt es sich um hartnäckige, winzige und einzellige Blut-Parasiten. Sticht die Mücke den Hund, können die Parasiten ins Blut des Hundes gelangen und sich dort festsetzen - und zwar in den sogenannten Fresszellen. Das Tückische an Leishmaniose ist, dass sie oft sehr spät erkannt wird. Denn sie bricht erst Monate, ja, manchmal sogar Jahre nach dem Süden-Urlaub aus, so dass sie damit gar nicht in Verbindung gebracht wird. Auch in Deutschland gibt es bereits Sandmücken, allerdings zum Glück noch sehr, sehr vereinzelt. 

Wie aber können Sie Ihren Hund schützen, wenn Sie in den Süden fahren und Ihren Vierbeiner mitnehmen? Wichtig ist ein rechtzeitig aufgetragener Parasitenschutz. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem geeigneten Mittel. Es gibt Spot-On-Präparate, das  Sie zwei bis drei Tage vor Urlaubsantritt auftragen können (gegebenenfalls noch einmal auffrischen während des Urlaubs!) und wirksame Halsbänder, die zwei Wochen vorher angelegt werden sollen, damit sie ihre Wirkung entfalten können. Ganz neu gibt es eine Impfung, die aber auch keinen hundertprozentigen Schutz verspricht. Wichtig ist auch, die Hunde in den frühen Morgen- und Abendstunden, wenn die Mücken sehr aktiv sind, im Haus   zu lassen.

Eine Leishmaniose ist wie gesagt schwer zu diagnostizieren. Die Hunde bekommen zum Teil Durchfall, magern ab, sind müde und geschwächt und haben Fieberschübe. Deutlich ist die Krankheit zu erkennen, wenn der Hund  Haarausfall, angeschwollenen Lymphknoten, empfindlichem Bauchbereich und  Hautausschläge mit schuppigen Stellen, die jedoch nicht jucken, hat. Typisch ist die so genannte Brillenbildung: Im Bereich der Augen fallen die Haare aus, zum Teil auch auf dem Nasenrücken oder an den Ohren. Eine Leishmaniose kann medikamentös im Zaum gehalten werden, wird sie rechtzeitig diagnostiziert. Sichere Heilung gibt es dagegen nicht. Deshalb ist es so wichtig, sich frühzeitig, vor der Urlaubsreise in den Süden, bei seinem Tierarzt zu informieren und den Hund so bestmöglich zu schützen oder ihn, sicher ist sicher, ganz zu Hause zu lassen.