Für Sie ausprobiert: Mantrailing

31. Oktober 2012, geschrieben von Welpenclub Experten-Team

Bis zu zehn Millionen besser als der Mensch können Hunde riechen. Kein Wunder, dass sie bei der Suche nach vermissten Personen unschlagbar sind. Aber wie bringt man dem Hund das Suchen bei? Und macht das den Hunden wirklich so viel Spaß? Der dreieinhalb Jahre alte Airedale Terrier Paul hat es für Euch ausprobiert und sich beim Mantrailing versucht!

Es ist Samstagvormittag, elf Uhr morgens, und wir sind schon gespannt auf unser erstes Mantrailing. Und nicht nur wir: Auch Airedale Terrier Paul steht schon erwartungsvoll auf dem Parkplatz. Trainerin Alexandra Grunow  begrüßen uns, ebenso wie die anderen Hundehalter. Wir werden auf drei Gruppen aufgeteilt. Wir losen aus, wer wann an die Reihe kommt mit dem Trailen. Paul und ich sind als zweites an der Reihe.

Der Lagotto Romangolo namens Huego fängt an, und er macht seine Sache ausgezeichnet. Kein Wunder - diese italienische Rasse wird in Italien zur Trüffelsuche verwendet, Nasenarbeit liegt ihm also im Blut. Wie Paul wohl abschneiden wird? Wir sind gespannt. Vorher haben wir erfahren, dass der Hund die Gerüche von Hautschuppen, Schweiß, Parfum und das, was der Mensch gegessen hat, orten kann. Eine andere Hundehalterin versteckt sich für uns, und Trainerin Alex Grunow legt die Geruchsgegenstände aus. Nun wird auch klar, warum wir Kleidungsstücke mitnehmen sollten, und zwar getragene: Sie dienen dem Hund zur Orientierung, nach was er suchen soll.

Paul trägt zwar wie auch sonst ein Brustgeschirr, doch die Trainerin reicht uns ein spezielles K9-Geschirr, das wir Paul  überstreifen. Er soll damit verknüpfen: Wenn ich dieses Geschirr trage, beginnt für mich die Arbeit. Paul steht erwartungsvoll in der Wiese und blickt uns an. "Nun sehen wir mal, wie er sich beim Mantrailing schlägt, denn anders als beim Tricktraining und bei der Unterordnung muss er hier selbständig handeln", erklärt uns die Trainerin.  Das bedeutet: Wir sind zwar am anderen Ende der Leine, aber dürfen unserem Hund nicht dreinreden, sondern ihn einfach sein Ding machen lassen. Und los geht's! Paul geht gleich zum ersten Geruchsgegenstand und schnuppert interessiert. Er scheint zu wissen, worum es geht: Mit der Nase ganz dicht am Boden geht sie zum nächsten Kleidungsstück, riecht daran, und weiter geht's. Paul verfolgt konsequent ihre Spur, und siehe da, hinter der Mauer an der Stadthalle wartet die Hundehalterin mit der dicken Belohnung: Es gibt Nassfutter und jede Menge Streicheleinheiten, und nicht nur wir sind   begeistert, sondern auch die Trainerin: "Das hat er ganz, ganz toll gemacht!" Noch einmal begeben Paul und wir uns auf einen Trail - so heißt die Fährte beim Mantrailing -, und wieder löst der Airedale Terrier seine Aufgabe bravourös. Danach darf er sich im Auto ausruhen: "Zehn Minuten Nasenarbeit sind für Hunde so auslastend wie ein dreistündiger Spaziergang", weiß Alex Grunow. Unser Fazit: Die Vermisstensuche sei daher eine super Möglichkeit, den Hund sinnvoll zu beschäftigen, und stärke gleichzeitig die Bindung zwischen Hund und Halter  - und jede Menge Spaß hatten wir und Paul auch dabei!