Flegelalter

02. Oktober 2013, geschrieben von Holger Schüler

Für (Erst)hundebesitzer kommt die Pubertät des Hundes manchmal ganz schön überraschend. Der niedliche kleine Welpe ist ja immer so schön hinter einem hergetapst – und auf einmal geht der heranwachsende Hund eigenen Wege. Stellt sich taub und macht, was er will.

Allzu viele Hundebesitzer reagieren dann beleidigt, weil ihr Hund sie jetzt nicht mehr für den Mittelpunkt des Universums hält. Dabei ist es völlig normal, dass ein Lebewesen eigenständiger wird. In dieser Lebensphase strömen unheimlich viele neue Reize auf den Hund ein. Seine Hormone wachen auf und bringen ihn durcheinander. Er nimmt seine Umwelt und seine Rolle darin anders war. Er sucht seinen Platz in der Welt.

Jetzt wäre es ganz falsch, mit Härte „durchzugreifen“. Allzu schnell geraten Sie in einen Machtkampf mit Ihrem Hund.  Jetzt ist liebevolle Konsequenz gefragt, Geduld, Beharrlichkeit. Sie werden Ihre Erwartungen an Ihren Hund ein gutes Stück herunterschrauben müssen. Trotzdem müssen Sie Ihrem Hund gerade in dieser Zeit auch Sicherheit geben. Egal, wie forsch und übermütig Ihr Hund auf Sie wirkt – nicht selten sind die jugendlichen Rabauken auch ganz schön unsicher und brauchen klare Regeln und eine konsequente Führung – aber ganz sicher nicht dauernd eine auf den Deckel. Nehmen Sie diese Phase mit Humor!

Der beste Weg, gut durch die Pubertät zu kommen, ist, in der Welpenzeit eine feste Grundlage zu legen. Natürlich folgt der Welpe meist bereitwillig. Das ist aber kein Grund, den Rückruf nicht intensiv zu üben. Umso größer ist die Chance, dass der Hund auch noch hört, wenn der Folgetrieb des Welpen schwächer wird.

Wenn Sie auch in der Flegelzeit interessant für Ihren Hund bleiben wollen, sollten Sie von Anfang an daran arbeiten. Fangen Sie nicht erst an, sich Gedanken zu machen, wenn der Hund in die Pubertät kommt – denn die kommt eben nicht überraschend, die kommt ganz bestimmt.