Eine dritte Chance

22. Januar 2014, geschrieben von Anja Neuhausen

Ich liebe es, die verschiedensten Hundetypen kennen zu lernen - gemeinsam mit meinen eigenen Hunden Biene und Sammy. Wenn dann neue Hundefreundschaften entstehen, freue ich mich sehr darüber. So eine neue Freundschaft bahnt sich nun an. Und zwar mit dem Deutsch Drahthaar-Rüden Paul.
Ehrlich gesagt habe ich mich regelrecht verliebt in Paul. Er ist zwei Jahre alt und ein richtiger Sonnenschein. Er gehört seit einem Dreivierteljahr einem Bekannten von mir. Und Paul hatte es früher alles andere als gut. Im Alter von eineinhalb Jahren landete er bereits zweimal im Tierheim, und es sah so aus, als müsste er dort ziemlich lange bleiben. Denn es gab ein Problem: Man konnte Paul nicht an der Leine führen. Er zog so schlimm, dass ihn keiner halten konnte. Und eine Lösung des Problems war nicht in Sicht.
Bis mein Bekannter Ernst kam. Ernst hatte schon einige Problemhunde aus dem Tierheim, die sich bei ihm zum Goldstück entwickelten. Er verliebte sich in Paul, nahm ihn mit und trainierte mit ihm. Mit ganz viel Geduld, völlig gewaltfrei und mit kreativen Lösungen brachte er Paul bei, dass es für alle Beteiligten einfacher sein würde, wenn er brav neben seinem neuen Herrchen her traben würde, anstatt an der Leine zu zerren.
Paul lernte und begriff schnell, und er merkte: Aha, wenn ich da bleibe, gibt es Leckerli und Aufmerksamkeit. Da Paul Ernst vergöttert, legte er sich so richtig ins Zeug. Inzwischen geht der hübsche und intelligente Rüde an der Leine, als hätte er nie etwas anderes gemacht - meistens braucht das Duo diese aber gar nicht, denn Paul hört aufs Wort.
Es ist rührend, mitanzusehen, wie der zwei Jahre alte schokobraun gespreckelte Hund sein neues Leben genießt. Trotz aller Erziehung verwöhnt Ernst ihn so richtig, und Paul hat es verdient - er ist ein guter Hund. Ist es nicht schön, zu sehen, wenn Tierheimhunde eine zweite - oder, wie in Pauls Fall - sogar eine dritte Chance bekommt?