Ein neuer Job

05. Dezember 2013, geschrieben von Anja Neuhausen

Meine Hunde haben es tierisch wichtig. Denn: Sie haben einen neuen Job. Bei diesem Job geht es darum, ein ganzes Rathaus in einem kleinen Dorf in den Bergen zu bewachen. Und Biene und Sammy nehmen ihren Job sehr, sehr ernst. Sie sind nun dreimal in der Woche "im Dienst" - und blühen dabei richtig auf.
Seit einer Woche arbeite ich nun für einen Abgeordneten. Der hat im Rathaus in seiner Heimatgemeinde zwei Büroräume angemietet. Klar, dass wir uns diese Räume gleich richtig "eingerichtet" haben: Mit Hundedecken und Näpfen und natürlich einer grooooßen Keksdose für den kleinen Hunger zwischendurch. Jeder Besucher sieht gleich: Hier "arbeiten" auch zwei Hunde.
Naja, zu übersehen sind meine zwei nun wirklich nicht. Denn jeder, der kommt, wird von Biene und Sammy freudig begrüßt. Zum Glück ist "mein Abgeordneter" auch begeisterter Hundehalter - er hat einen jungen Berner - und hat viel Verständnis dafür, dass ich meine zwei Nasen mitbringe. Sie werden auch immer fest gestreichelt.
Nach fünf Arbeitstagen kennt das halbe Dorf schon die Namen meiner beiden. Wie ICH heiße, weiß dagegen kein Mensch :-) Ich werde wohl noch in zwei Jahren "das Frauchen von Biene und Sammy" sein. Aber kein Problem, ich freue mich ja, wenn meine beiden gemocht werden. Wir haben schon eine richtige Routine. Morgens wird die Sekretärin begrüßt, dann der Abgeordnete, wenn er nicht in Berlin ist. Eine halbe Stunde später kommt die nette Briefträgerin. Nachmittags, nach einem ausgiebigen Gassigang über die Fluren der Gemeinde, dort kann man richtig fetzen, schaut meistens noch Peter, der Gemeindearbeiter, auf einen Krauler vorbei, den meine beiden auch mögen. Mit genügend Gassigängen mittags und abends nach der Bürozeit sind meine beiden ganz schön ausgelastet - sie nehmen ihren Job wirklich sehr ernst, und ich finde es grandios, dass es ihnen so gut gefällt. Abends wird immer fest geschnarcht, so müde macht er, der neue Job!