Die ruhende Leine

23. Juli 2014, geschrieben von Holger Schüler

Ich habe immer wieder mal darüber geschrieben, wie wichtig es ist, dass Ihr Hund lernt, Ruhe zu halten. Das gilt im Haus, wenn er in sein Körbchen geschickt wird, aber auch draussen. Vor allem, wenn Sie sich wünschen, dass Ihr Hund ein angenehmer Begleiter wird, den Sie überall mit hin nehmen können, sollten Sie ihm beibringen, dass er eben auch mal Sendepause hat.

Das geht ganz einfach: Stellen Sie einen Fuß auf die Leine. So, dass Ihr Hund noch genug Platz hat, zu stehen, zu sitzen oder zu liegen, ganz wie es ihm passt. Und dann beachten Sie ihn einfach nicht.
Wenn der Hund keine Aufmerksamkeit bekommt, wird er sich irgendwann beruhigen und einfach Pause machen. Wenn Ihr Hund schon allzu sehr gewohnt ist, dass sich immer alles um ihn dreht, kann das ein bisschen dauern. Halten Sie durch! Wichtig ist es, wirklich nicht auf den Hund einzugehen – sonst lernt er nur, dass Gezappel mit Aufmerksamkeit belohnt wird.

Natürlich muss die ruhende Leine auch bedeuten, dass der Hund sich sicher fühlen kann. Andere Menschen oder Hunde dürfen sich ihm in dieser Situation nicht nähern.

Wenn Ihr Hund die ruhende Leine verstanden hat, können Sie sich unterwegs mit anderen unterhalten oder mal entspannt im Café sitzen, ohne dauernd darauf achten zu müssen, was Ihr Hund gerade treibt. Üben Sie das also von Anfang an. Das geht auch zu Hause – lassen Sie den Hund ruhig mal für zehn Minuten an der ruhenden Leine, während Sie die Zeitung lesen. Das ist keine Schikane, sondern einfach eine wichtige Erziehungsübung und Vorarbeit für die Welt da draußen.