Die Mitleidstour

30. Januar 2014, geschrieben von Anja Neuhausen

Biene hat vor drei Wochen gehumpelt. Sie stieg manchmal nicht auf ihre linke Hinterpfote. Wir waren natürlich sofort beim Tierarzt. Und der Experte hat festgestellt: Es ist zum Glück nichts schlimmes, lediglich ein Muskel, der zur Hüfte hinführt, ist gezerrt, weil Mausi zu sehr rumgefetzt ist. Sie hat zwei Spritzen bekommen und Tabletten. Alles paletti soweit.
Natürlich haben wir uns ganz besonders fest um die "arme Biene" gekümmert und sie auch ein wenig verwöhnt. Wenn Hunde krank sind, gehört das doch dazu! Aber unsere Schnauzermischlingsdame ist nicht dumm. Sie hat gemerkt: "Oha - Humpeln bedeutet Mitleid!" Und ich habe das Gefühl: Seitdem setzt sie das Humpeln sehr bewusst ein.
Zum Beispiel im Büro. Vormittag ist bei uns einiges los, es kommt mal der Chef, mal die Briefträgerin, und Biene ist voll dabei. Sammy natürlich auch. Nachmittags wird's ein bisschen ruhiger. Und wenn wir dann nach dem Gassigehen heim kommen und es wird langweilig, dann humpelt Biene immer mal wieder meiner Kollegin was vor. Die sagt dann "Oooooh -aaaarme Biene!!!", und dann muss Mausi noch mehr hinken. Wenn wir allerdings das Büro verlassen und nochmal auf die Wiese gehen, kann Biene fetzen wie eine eins.
Neulich habe ich sie geschimpft. Sie hat eine Ridgeback-Hündin angezickt. Sie lief vorher ganz normal - als ich sie ermahnt habe, fing sie plötzlich an zu hinken. So lange, bis ich mich wieder mit ihr "versöhnt" habe.  Ich bin gespannt, ob uns mal das gleiche passiert wie dem Hund von einer Freundin: Der hatte auch was an der Pfote. Und setzte das Humpeln ganz bewusst ein. Nur einmal hat er sich vertan: Er zog die falsche Pfote hoch. Auch Hund kann sich eben mal irren!