Die faszinierenden Sinne des Hundes

29. August 2011, geschrieben von Dr. Lioba Schätz

Faszinierend, was Hunde alles können! Zum Beispiel, um ein Vielfaches besser riechen und hören als wir Menschen. Um die Talente unserer Hunde verstehen zu können, hilft es, einmal einen genaueren Blick auf die Sinnesorgane des Hundes zu werfen.
Beginnen wir mit dem Geruchssinn des Hundes. Der Hund ist ein Nasentier! Er "erriecht" sich seine Umwelt. Riechen kann er einfach meisterhaft. Das liegt daran, dass seine Nase wesentlich empfindlicher ist als die des Menschen. Und: Ein Hund hat viel mehr Riechzellen! Wir Zweibeiner bringen es gerade mal auf 5 Millionen - ein Deutscher Schäferhund dagegen auf rund 220 Millionen. Diese Riechzellen sorgen dafür, dass der Hund eine Million Mal besser riecht als der Mensch!
Auch in Sachen Gehör ist uns unser vierbeiniger Partner weit überlegen. Er kann viel höhere Frequenzen hören als wir und hört die kleine Maus weit entfernt piepsen. In Zahlen ausgedrückt: Wir hören im Bereich von 20 bis 20.000 Herz, der Hund zwischen 15 und 50.000 Herz. Noch dazu hat unser Vierbeiner ein entscheidendes Plus: Seine Ohrmuscheln sind beweglich. Er kann Geräusche daher dreidimensional orten.
Haben Sie schon mal leuchtende Hundeaugen im Dunkeln gesehen und sich gefragt, wie "er" das macht? Ganz einfach: Die leuchtenden Augen ermöglicht das so genannte Tapetum lucidum, eine Schicht, die das einfallende Licht reflektiert. Daher sieht unser Hund in der Dämmerung weit besser als wir. Dafür ist er rot-grün-blind.
In Sachen Geschmackssinn ist uns der Hund ausnahmsweise einmal unterlegen. Der Mensch besitzt 9.000 Geschmacksknospen - der Hund nur etwa 1.700. Sie können Süßes und Saures, Bitteres und Salziges schmecken, Salziges allerdings schlechter als wir Menschen.
Wichtig für den Hund ist der Tastsinn, der ihm ermöglicht, soziale Bindung zum Menschen aufzubauen. Spezielle Rezeptoren auf der Haut reagieren auf Berührungen. Mit den so genannten Vibrissen - langen, hochsensiblen Tasthaaren - können sie Zusammenstöße verhindern und auf ihre Augen aufpassen. Sensoren besitzen Hunde nur für Kälte, mit Ausnahme der Nase, wo sich auch Wärmesensoren befinden. Schmerz empfinden Hunde wie wir Menschen.