Der tut nix!

21. November 2012, geschrieben von Holger Schüler

Der tut nix? Der spielt nur? Der springt nur bellend um jeden herum, springt hoch, nervt angeleinte Hunde, klaut dem Kind das Brötchen, rennt dem Radfahrer in den Weg... das alles ist nicht „Nix!“
Was ist, wenn der andere Hund „was tut“, das Kind panische Angst bekommt, der Radfahrer stürzt?
Das ist unhöflich, rücksichtslos und unverantwortlich.
 
Nun sind aber die meisten Hundehalter eigentlich ganz normale, freundliche und rücksichtsvolle Menschen. Selbst würden sie sich niemals derart unverschämt und aufdringlich benehmen. Nur wenn es um ihren Hund geht, haben manche einen blinden Fleck. Menschen, die niemals einen anderen Menschen anschreien, körperlich bedrängen oder in dessen Vorgarten pinkeln würden, erlauben genau das ihrem Hund.
Das liegt nicht daran, dass sie rücksichtslos sind. Sondern daran, dass sie kapituliert haben. Sie haben sich selbst schon so sehr daran gewöhnt, angesprungen, umhergezogen, angebellt oder „spielerisch“ gezwickt zu werden, dass sie es überhaupt nicht mehr wahrnehmen. Und sie wissen nicht, wie sie ihrem Hund das Verhalten abgewöhnen können. Also wird die Situation hingenommen und verharmlost. Manchmal, bis der Hund so unkontrollierbar geworden ist, dass er nicht mehr mitgenommen werden kann, Besucher ausbleiben, Kleidungsstücke kaputtgehen oder es zu Beissereien kommt. Unter einer solchen Situation leiden dann der Hund, seine Besitzer und die Umwelt gleichermaßen. Und das alles nur, weil ein bisschen Konsequenz am Anfang gefehlt hat.

Bringen Sie Ihrem Hund also vom ersten Tag an ganz normale Manieren bei. Egal, wie süss der Welpe ist – er muss nicht überall hinlaufen, er muss nicht jeden anspringen, er muss nicht alles und jeden verbellen. Wenn ganz normale Regeln des Zusammenlebens von Anfang an als selbstverständlich gelten, haben Sie auch nicht irgendwann einen ausgewachsenen „Tutnix“ an der Leine – und werden nicht zum Schrecken der Nachbarschaft.