Bindung fördern - Vertrauen stärken

17. Juni 2014, geschrieben von Welpenclub Experten-Team

Wenn dem Australian Shepherd Caesar irgendetwas unheimlich ist, sucht er die Nähe zu seinem Herrchen. Und er läuft beim Gassi gehen nicht einfach so davon, auch, wenn er nicht an der Leine ist. Stets orientiert er sich daran, wo sein Mensch ist. Er findet zwar Freizeit beim Schnüffeln und Rennen, doch weit entfernt er sich nicht. Caesar hat zu seinem Herrchen das, was man Bindung nennt.

Aber was ist das eigentlich - Bindung? Der Begriff kommt eigentlich aus der Humanpsychologie. Der Psychologe Doyle Holmes beschreibt es wie folgt: „Bindung ist der Zustand, in dem ein Individuum emotional mit einer anderen Person verbunden ist, die normalerweise, aber nicht immer, als älter, stärker und weiser wahrgenommen wird.“ Dies trifft also nicht nur auf Eltern und Kinder oder Freundschaften zu. Sondern auch auf die Mensch-Hund-Beziehung.

An dieser Bindung können Mensch-Hund-Teams arbeiten. Und das sollten sie auch, da eine gesunde Bindung zwischen Zwei -und Vierbeiner sehr erfüllend sein kann. Sie hilft bei der Erziehung, sie ersetzt draußen die Leine, und sie sorgt dafür, dass sich beide Partner aufeinander verlassen können.

Sie können einiges tun, damit die Bindung verbessert wird. Wichtig ist zunächst, dass Sie bei der Erziehung stets auf positive Verstärkung - gewünschtes Verhalten wird mit Lob, Leckerli, Streicheleinheiten oder Spiel belohnt - setzen, anstatt mit Druck und Drill zu arbeiten. Sonst wird das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Hund gestört, und die so wichtige Bindung bekommt einen Knacks.

Auch beim Spazierengehen können Sie an der Bindung arbeiten. Rufen Sie Ihren Hund immer mal wieder zu sich her und belohnen Sie ihn dann besonders, zum Beispiel mit dem absoluten Lieblingssspielzeug. So lernt er: "Aha - wenn ich zu meinem Menschen komme, passiert etwas besonders Tolles!" Bleiben Sie spannend. Verstecken Sie sich mal hinter einem Busch, wenn Ihr Hund zu weit voraus prescht - Sie werden sehen, wie schnell er Sie suchen kommt. Anstatt neben dem Hund her zu trotten und zu telefonieren, gestalten Sie die gemeinsame Zeit aktiv. Bauen Sie  kleine Spiele und Übungseinheiten beim Spaziergang ein - und er wird viel mehr auf Sie achten. Gemeinsame Unternehmungen schweißen zusammen!

Und wenn er doch mal stiften geht? Dann dürfen Sie ihn, auch, wenn Ihnen noch so sehr danach ist, keinesfalls schimpfen. Denn er würde nur seine Rückkehr mit der Schimpftirade verbinden. Der Mensch erscheint ihm dann plötzlich unberechenbar. Besser: Nehmen Sie sich vor, den Rückruf künftig aktiver zu trainieren und daran zu arbeiten.

Bindung entsteht aber nicht nur draußen, sondern auch in den eigenen vier Wänden. Wussten Sie, dass es ein spezielles Kuschelhormon gibt? Es heißt Oxytocin und entsteht, wenn Ihr Hund und Sie miteinander knuddeln. Beim Streicheln wird es freigesetzt und sorgt für Entspannung , Glücksgefühle und - da haben wir es wieder - Bindung. Deshalb: Wenn Ihr Hund nicht auf die Couch darf, legen Sie sich doch mal gemeinsam mit ihm auf die Decke, eng aneinander gekuschelt. Das ist Bindungsarbeit pur!