Beschäftigung ja - aber...

03. November 2014, geschrieben von Holger Schüler

Ein Hund braucht Beschäftigung. Auslauf, Spiel und sinnvolle Arbeit. Das ist ein Grundbedürfnis.
Aber: ebenso wichtig für den Hund ist, dass er zur Ruhe kommt. Phasen mit sinnvoller Beschäftigung und Ruhephasen müssen sich abwechseln.

Es gibt eine Menge Hunde, die anscheinend nichts verpassen wollen, immer mittendrin sind, jede Bewegung im Haus registrieren, auf alles reagieren. Solche Hunde stehen unter Stress. Es sind Hunde, die garantiert auch große Probleme mit dem Alleinsein haben.
Diese Hunde brauchen einen sicheren Ruheplatz und müssen die Erfahrung machen, dass es keinen Grund gibt, in jeder Sekunde mitzukriegen, was Herrchen oder Frauchen gerade machen.

Um einen unruhigen Hund in die Ruhe zu bekommen, müssen Sie vor allem selbst ruhig und gelassen sein. Schon das teilt dem Hund mit: Keine Sorge, alles ist ok. Wenn Sie sich aber von jeder Aufregung des Hundes sofort anstecken lassen, bestärken Sie den Hund und drehen ihn immer mehr auf. Zum Beispiel, weil Sie sein Bellen als „Unart“ abstellen wollen, und dabei selbst laut werden. Oder, weil Sie auf jede Aufforderung zum Spiel sofort eingehen. Die Wohnung sollten solche Hunde nur noch als Rückzugsort erleben – Spiele gehören nach draußen. Arbeiten Sie daran, dass der Hund seinen Platz annimmt, und lassen Sie ihn dort in Ruhe.

Ein Hund, der zu wenig Ruhe bekommt, ist unausgeglichen, hektisch und nervös. Genau wie ein Mensch, der ständig unausgeschlafen ist und unter Reizüberflutung leidet.
Denken Sie daran: erwachsene Hunde schlafen bis zu 16 Stunden am Tag, bei Welpen sind es sogar 20 Stunden. Für die Entwicklung des jungen Hundes ist der Schlaf sehr wichtig. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund die Ruhe bekommt, die er braucht.