Auslandsreisen mit Hund

03. April 2013, geschrieben von Welpenclub Experten-Team

Jetzt ist wieder die Zeit, in der Urlaubsprospekte gewälzt und Ferien gebucht werden. Wohin soll's denn bei Ihnen heuer gehen? Und darf Ihr Hund mit? Wenn Sie ins Ausland verreisen möchten und Ihr Vierbeiner ist mit von der Partie, sollten Sie sich vorher genau schlau machen, denn: Es gibt viele Krankheiten die im Ausland verbreitet sind, in Deutschland aber nur selten bis nie auftreten. Die bekanntestes sind Leishmaniose und auch der Herzwurm, aber auch zum Beispiel Ehrlichiose, Babesiose oder  Borreliose können im Ausland stärker verbreitet  sein als bei uns. Daneben gibt es vor allem im außereuropäischem Ausland zum Teil noch sehr gefährliche Krankheiten wie die Tollwut.

Leishmanien sind sehr kleine Parasiten, und zwar sogenannte Protozoen. So nennt man Lebewesen die nur aus einer Zelle bestehen. Leishmanien vermehren sich in den Abwehrzellen des Hundes.Herzwürmer sind Würmer, die sich vor allem in einem Blutgefäß nahe des Herzens und im Herz selbst festsaugen.Die Leishmanien werden über die Schmetterlingsmücke und die Sandmücke übertragen. Beim Stich von einer infizierten Mücke werden die Parasiten auf den Hund übertragen. Herzwürmer werden über die Stechmücke übertragen.

Da die beiden Krankheiten über Mücken übertragen werden, ist es sehr wichtig, die Hunde mit so genannten  Repellentien zu behandeln, das sind Mittel die die Mücken abhalten. Zusätzlich sollte man die Hunde zu den „Mückenzeiten“ (vor und  in der Dämmerung)  im Haus lassen und das Haus mit Mückennetzen sichern.

Seit diesem Jahr gibt es auch eine Impfung gegen die Leishmaniose, die allerdings mindestens drei Monate vor der geplanten Reise angefangen werden muss. Da sie nicht 100 Prozent wirkt, sollte sie mit den anderen Maßnahmen kombiniert werden.  Zur Vorbeugung von Herzwürmern kann der Hund vor der Abreise mit bestimmten Antiparasitika behandelt werden, die eine Infektion verhindern können.

Grundsätzlich sollten nur vollständig geimpfte und gesunde Hunde mit in den Urlaub genommen werden. Auch die Kennzeichnung des Hundes mit einem Microchip sollte selbstverständlich sein.  Je nach Reiseziel, sollte man sich genau über die  jeweiligen Risiken beim Tierarzt erkundigen und entsprechende Vorkehrungen treffen.

Sollte man den Hund in "gefährliche" Länder überhaupt mitnehmen, oder lieber zu Hause lassen? Das kommt auf das Reiseziel, die Reisegestaltung und auch auf die Möglichkeiten an, den Hund zu Hause zu lassen. Meist genießen Hunde den Urlaub mit der Familie, allerdings sprechen große Hitze, lange Autofahrten, Flugreisen, Städtereisen und natürlich in südlichen Ländern das Infektionsrisiko auch dafür, den Hund zu Hause zu lassen. Hat man einen zuverlässigen Hundesitter sollte man das Pro und Kontra genau abwägen, nicht jeder Urlaub ist für den Hund wirklich schön und das Risiko wert. Gibt es keinen Hundesitter, sollte man über ein alternatives Reiseziel nachdenken: Denn es gibt auch nahe und hundefreundliche Reiseziele, die sehr schön sind.