Alles rassetypisch, oder was?

24. April 2013, geschrieben von Anja Neuhausen

Sagt mal, kennt Ihr das auch? Wenn Leute die Unarten ihrer Hunde damit entschuldigen, dass daran nun mal eben die Rasse schuld sei? Ich kann es teilweise nicht mehr hören. Und bin der Meinung: Jeden Hund kann und muss man erziehen. Ob er nun rassetypische Besonderheiten hat oder nicht.
Unsere beiden Nachbarsbeagles kann man zum Beispiel überhaupt nicht von der Leine lassen. Sogar, wenn sie im Hof frei laufen würden, suchen sie sofort das Weite. Klar hat der Beagle, ein absolutes Nasentier, nun mal einen überdurchschnittlichen Jagdtrieb. Im Wald würde ich ihn auch nicht von der Leine lassen, aber es muss doch möglich sein, mal die Haustür aufzulassen, ohne dass der Hund sofort türmt - oder? Meiner Meinung nach bringt ein konsequentes Rückruftraining viel, man muss halt einfach Zeit und Mühe investieren, aber es lohnt sich. Wir haben nicht mal einen Gartenzaun - Biene und Sammy würden im Leben nicht daran denken, dass sie abhauen würden (na gut, es sei denn, es käme mal eine fremde Katze vorbei, der man kurz hinterher springen muss...!).
Auch, dass der Flat Coated Retriever von Bekannten Enten jagt... Nun gut, er mag ja dafür gezüchtet worden sein, dennoch sollte man versuchen, dieses Jagdverhalten zumindest in die richtigen Bahnen zu lenken und nicht einfach sagen: "Das ist nun mal die Rasse."
Biene und Sammy sind ungewöhnlich verfressen. Ja, das liegt in ihren Genen - Biene ist Labrador-Schnauzer-Mix, Sammy reinrassiger Labrador, und das sind nun mal keine Kostverächter. Dennoch habe ich ihnen beigebracht, dass sie nichts klauen dürfen. Sie nehmen sich nichts, weder in der Küche noch vom Esstisch. Ich finde, Erziehung ist wichtig - gerade bei den speziellen Eigenheiten einer bestimmten Rasse. Seid Ihr auch dieser Meinung? Und welche rassetypischen Besonderheiten haben Eure Hunde?