Aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser!
 

Schimpfen bringt nichts!

20. November 2014, geschrieben von Holger Schüler

“Ich schimpfe und schimpfe und er hört trotzdem nicht!” So klagen viele Welpenbesitzer. Tja, wo liegt das Problem? Nicht beim Hund. Dass ein Welpe nicht hört, ist erst mal sowieso zu erwarten, denn er lernt ja noch. Da ist die Trefferquote eben noch nicht besonders hoch.

Und dass der Hund nicht auf Ihr Schimpfen reagiert - das stimmt einfach nicht! Ihr Hund reagiert sehr wohl. Und zwar angemessen! Er wird bedroht, eingeschüchtert, mit einer lauten Stimme und Herumgefuchtel konfrontiert. Er wird fixiert (direkt angeschaut) und unter Umständen sogar festgehalten, niedergedrückt oder mit Gegenständen beworfen.
Was ist eine angemessene Reaktion auf ein solches Verhalten? Wenn Ihr Schimpfen eher “harmlos” ist, und ihr Hund eine robuste Frohnatur, wird er es als Spiellaufforderung interpretieren. Aber auch, wenn er sehr wohl merkt, dass Sie böse sind, wird er versuchen, Sie mit einem “Schau wie lieb ich bin, lass uns spielen” zu besänftigen.

Ihr Hund wird sich also sehr wahrscheinlich aufregen und bellen, hochspringen oder spielerisch beissen - also selbst laut und hektisch werden. Je mehr der Hund aufdreht, umso mehr wird er geschimpft, umso aufgeregter wird er - ein ganz klarer Teufelskreis. Was der Hund in so einer Situation ganz sicher nicht tun wird: ruhig werden und sich konzentrieren. Er kann jetzt überhaupt nicht sitzen, herankommen, Ruhe geben oder was immer Sie sonst gerade von ihm erwarten.
Wenn Sie weiterhin laut, hektisch oder wütend sind, wird die Situation immer unberechenbarer und bedrohlicher für den Hund, bis er sogar anfängt, vor Ihnen zu flüchten. So entsteht keine Bindung, kein Respekt, und lernen wird der Hund auch nichts.

Zeigen Sie also besser klar und bestimmt, was Sie eigentlich wollen. Wenn der Hund Kommandos ausführen soll, müssen Sie ganz ruhig bleiben, konsequent immer wieder darauf bestehen, dass der Hund folgt, und loben, wenn er es tut. Sie müssen hartnäckig und bestimmt sein, aber nicht ungeduldig oder hektisch.

Wenn Sie ein Verhalten abgewöhnen möchten - Hochspringen, Bellen, Beissen - ist Ruhe ebenfalls das wichtigste. Belohnen Sie das (übrigens völlig normale!) Verhalten nicht mit Aufmerksamkeit, sondern bringen Sie den Hund mit einem ruhigen, bestimmten Schubser auf Distanz und entziehen Sie sich. Sagen Sie dabei ruhig, klar und deutlich Nein! - so lernt der Hund, was dieses Kommando bedeutet. Lassen Sie den Hund zur Ruhe kommen und laden Sie ihn dann dazu ein, wieder mit Ihnen Kontakt aufzunehmen, und zwar nach Ihren Regeln: Getobt wird draussen, Beissen und Zerren ist nur mit geeignetem Spielzeug erlaubt, die Pfoten bleiben auf dem Boden, die Zähne haben nichts am Menschen zu suchen und so weiter. All diese Dinge muss Ihr Hund erst lernen! Denn solange er nicht weiß, was er tun und lassen soll, kann er es auch nicht richtig machen - da können Sie schimpfen, soviel Sie wollen.

Zurück